Skip to main content

New York Taxi

New York Taxi

Ich habe keine Ahnung, was Hollywood immer wieder dazu motiviert, erfolgreiche Filme aus dem Ausland neu zu drehen. Aus Frankreich sind es gerne mal Komödien, aus Fernost aktuell sehr viele Horrorfilme, die für das amerikanische Publikum neu gedreht werden. Muss so etwas sein? Ich denke nicht, insbesondere dann nicht, wenn das Original meist auch noch zwei Klassen besser ist. Bei der Taxi-Trilogie von Luc Besson handelt sich um halbwegs brauchbare Filme, die mit New York Taxi ein Hollywood-Remake bekamen. Die Beteiligung von Luc Besson an dem Werk selbst sollte man getrost ignorieren und schon gar nicht auf einen guten Film hoffen.

Schon die Story ist ebenso banal wie nebensächlich. Belle (Queen Latifah) verdient sich ihre Mäuse als Kurierfahrerin, die auf dem Rad deutlich schlanker aussieht als im Rest des Films. Als sie endlich ihre Taxi-Lizenz absolviert, wähnt sie sich am Ziel ihrer Träume. Aber da stolpert ihr der Polizei-Trottel Washburn (Jimmy Fallon), der ein paar Bankräuber jagt, ins Auto. Er verliert seinen Job und sie ihren Führerschein. Chef Lt. Robbins (Jennifer Esposito) ist richtig sauer. Es führt nur ein Weg zurück zum Führerschein und zum Job: Die Gauner müssen dingfest gemacht werden. Doch es sind gar keine Gauner, sondern vier dralle Supermodels in noch knapperen Outfits, angeführt von Vanessa (Gisele Bundchen).

Gleich der erste Kinofilm im neuen Jahr wird sich für längere Zeit in mein Gedächtnis einbrennen. Das Beste gleich zu Beginn: Im Abspann gibt es Outtakes, die wirklich lustig sind. Also entweder erst zum Schluss ins Kino gehen oder alternativ bis zum Schluss schlafen, denn der Rest ist nur schwer zu ertragen. Dies fängt schon bei der Einstiegsszene ein, als ein Paketbote mit dem Fahrrad völlig hirnrissige Stunts abliefert und dabei so elegant wie das Moskauer Bolschoi-Ballett wirkt. Und dann Helm ab, wow, Queen Latifah steckt darunter, die im Rest des Films agiert wie der berühmte Elefant im Porzellanladen.

Ich habe nichts gegen Filme ohne Anspruch, aber dann sollten sie wenigstens gut gemacht sein…

Ich habe nichts gegen Filme ohne Anspruch, aber dann sollten sie wenigstens gut gemacht sein, wie zum Beispiel The Fast & The Furious. Die meiste Zeit des Films schlägt man sich mit der flachen Hand vor den Kopf. Warum die Bankräuber nun ausgerechnet portugiesisch sprechende Supermodels sein müssen kann vermutlich niemand erklären. Eine Kurierfahrerin macht nicht nur einen Führerschein, sondern baut auch noch ein Taxi. Ein Taxi, das so voll mit Extras ist, dass der Sercret Service seiner Majestät Q eigentlich in Rente schicken könnte. Offensichtlich wird in dem Gewerbe sehr viel Geld gezahlt.

Auch zwischen den einzelnen Charakteren passt nichts zusammen. Weder zwischen Washburn und seinem Chef, noch zwischen Belle und Washburn und auch nicht zwischen Belle und ihrem Fast-Ehemann stimmt die Chemie auch nur ansatzweise. Alle Personen wirken wir Fremdkörper und sind auch letztlich egal, es geht um Autorennen. Und diese sind uninspiriert, bieten keine Abwechslung und wirken leider sehr billig. Bezeichnend und ein Todesurteil für eine Komödie ist die Tatsache, dass es nach etwa einer Stunde Laufzeit den ersten brauchbaren Gag gibt. Und Leute, die aufgrund eines Gases mit lustigen Stimmen sprechen kennt man eigentlich auch schon aus der Sendung mit der Maus.

Fazit: Hollywood-Remake eines brauchbaren Films, das so richtig in die Hose ging.

Rating:

★★★☆☆☆☆☆☆☆

Ein Kommentar zu “New York Taxi

Kommentar verfassen