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Ocean’s Twelve

Ocean's Twelve

Ocean’s Eleven ist nicht nur ein großartiges Remake des gleichnamigen Ganovenfilms mit Frank Sinatra, sondern auch einer der wenigen Filme, die ich heute immer noch mit großer Begeisterung immer mal wieder anschaue. Das liegt daran, dass Steven Soderbergh die Story wirklich sehr überzeugend umgesetzt hat. Ganz am Anfang werden sämtliche Charaktere eingeführt, jeder auf eine ganz besondere Weise und damit so ungemein wichtig für den Film. Zu Beginn ist die Idee, die dann in einem grandiosen Finale umgesetzt wird. Alles passt zusammen, der Film sieht cool aus, wirkt modern und zeitlos.

Ocean’s Twelve war dann auch einer der Filme, auf die ich mich 2004 besonders gefreut habt. Das fing schon beim sehenswerten Teaser auf, der mich durch sein schickes Design ansprach und gänzlich ohne irgendwelche Gesichter auskam und nur mit den Namen der Schauspieler spielte. Und so ist es umso trauriger, dass ich das Kino mit einer irgendwie doch recht enttäuschten Haltung verließ.

Terry Benedict (Andy Garcia) ist immer noch sauer. Danny Ocean (George Clooney), Rusty (Brad Pitt) und ihre Jungs hatten ihn in Ocean’s Eleven den Tresor seines Casinos ausgeraubt. Er hat die Aufenthaltsorte der Gauner gesteckt bekommen und will nicht nur seine 160 Millionen zurück, sondern auch noch Zinsen. Die Bande führt es nach Europa, da sie in den Staaten schon zu bekannt sind. In Europ liefern sie sich ein Duell mit dem mysteriösen Gauner Nightfox (Vincent Cassell). Es geht um die Ganovenehre. Verfolgt werden beide Parteien von der Europol-Agentin Isabel Lahir (Catherine Zeta-Jones).

Aber Mr. Soderbergh möge mir mal erklären, warum Frau Zeta-Jones unbedingt eingebaut werden musste.

Es sind zwar wieder alle Charaktere aus dem ersten Teil dabei, doch keiner bekommt genug Platz, um zu zeigen, was er eigentlich kann. Irgendwie sind einfach viel zu viele Leute auf viel zu wenig Platz. So hetzt der Film sich von Charakter zu Charakter, um diesen halbwegs in die Story zu bringen. Hier wäre weniger deutlich mehr gewesen. Das ist auch ein grundsätzliches Problem des Films, es geht nicht mehr um den einen großen Coup, sondern es wird halt überall mal ein wenig geklaut, aber nicht einmal wird die Qualität des Vorgängers erreicht.

Im ersten Teil klauten die Ganoven bei einem noch größeren Ganoven, da fieberte ich noch mit und war letztlich auch froh, dass dem Fiesling eine Lektion erteilt wurde. In Ocean’s Twelve ist es mir letztlich egal, wer sich das doofe Fabergé-Ei unter den Nagel reißt. Im Laufe des Films wird es so hektisch, dass man Gefahr läuft den Faden völlig zu verlieren. Wer hat nun was? Wer verarscht wen? Reicht das Geld? Wer ist Julia Roberts?

Dabei gibt es durchaus ein paar schöne Momente. Amsterdam und Rom haben so schöne Seiten, der Film schreit einem gerade zu an „Hey, ich bin cool“, was Soderberghs Regiestil zu verdanken ist. Auch die gesamte Musik des Films ist mehr als ordentlich. Sehr lustig ist der Auftritt von Bruce Willis gegen Ende des Films. Aber Mr. Soderbergh möge mir mal erklären, warum Frau Zeta-Jones unbedingt eingebaut werden musste. Ihre Rolle ist so überflüssig und hat eigentlich nur einen Zweck: Den Kostümbildnern Platz für ein paar enge Kleider zu geben. Warum sich nicht auf die ohnehin schon guten Charaktere beschränken und diesen mehr Raum geben? So plätschert Ocean’s Twelve von Bruch zu Bruch. Ohne Brad Pitt und George Clooney, die sich wirklich geschickt verbal die Bälle zu spielen, hätte der Film wirklich jede Parallele zum Erstling verloren.

Fazit: Eher langweilige Fortsetzung, die cool aussieht und einige lustige Momente zu bieten hat.

Rating:

★★★★★☆☆☆☆☆

Ein Kommentar zu “Ocean’s Twelve

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