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Jersey Girl

Jersey Girl

Kevin Smith ist wieder da. Nach dem eher mäßigen Jay and Silent Bob strike back soll ausgerechnet das Hollywoos-Skandal-Pärchen Jennifer Lopez und Ben Affleck dem witzgewaltigen Regisseur zurück in die Spur des Erfolges helfen. So scheint es zumindest, wenn man die Credits in Augenschein nimmt. Tatsächlich handelt es sich bei Jersey Girl um eine herzerfrischende Familienkomödie mit viel Wortwitz und den sympathischsten Charakteren seit Langem.

Ollie Trinke (Ben Affleck) steht auf dem Höhepunkt. Er ist einer der beliebtesten PR-Profis in New York und an seiner Seite steht seine attraktive Frau Gertie (Jennifer Lopez). Doch auf tragische Weise stellt sich sein Leben auf dem Kopf. Bei der Geburt seiner Tochter stirbt seine Frau und als er mit der Alleinerziehung überfordert ist, verliert er auch noch seinen Traumjob. Sieben Jahre später wohnt Ollie mit Tochter Gertie (Raquel Castro) und seinem Vater (George Carlin) in New Jersey und arbeitet inzwischen als Bauarbeiter. Er vermisst seine Frau schrecklich und führt ein Leben als Single. Doch da trifft er die ebenso selbstbewusste wie quirlige Videothekarin Maya (Liv Tyler), die sein Gefühlsleben durcheinander bringt und es wartet wieder ein Traumjob in Manhattan auf ihn. Doch er ist der einzige, der sich darüber freut, alle anderen sind not amused.

Und selbst der oft als Totalausfall agierende Ben Affleck kann den Film nicht ruinieren, das hat Kevin Smith schon gekonnt in Chasing Amy zu verhindern gewusst.

Man kann Jersey Girl sicherlich vorwerfen, ein total vorhersehbarer Film zu sein. In den Händen eines anderen Regisseurs wäre dies sicherlich auch ein Problem gewesen, doch Kevin Smith schafft es mir Bravour, dem Film eine Seele zu geben. Ich habe lange nicht mehr so herzerfrischende Charaktere in einem Film gesehen. Der Vater von Ollie ist eine Figur, die man einfach lieb haben muss aufgrund der teils einfältigen Ehrlich- und Gutmütigkeit. Wie ich las wurde diese Figur nach dem Vorbild von Smith’ eigenem Vater erschaffen, der während der Dreharbeiten verstarb. Der heimliche Star des Films ist sowieso die kleine Raquel Castro, die einfach wunderbar ist und im Film gut rüber bringt, warum ihr Vater sich durch sie so an seine Frau erinnert fühlt. Wie sie die Männer des Hauses gekonnt um den Finger wickelt muss man einfach gesehen haben.

Auch die Figur der Maya ist glänzend. Sie trägt das Herz auf der Zunge und spricht zu jederzeit aus, was in ihrem Kopf rumkreist. Dabei kommt auch wieder gut der Wortwitz des Kevin Smith zu Geltung. So zum Beispiel, wenn sie einfach aus Gutmütigkeit Ollie Sex anbietet, weil er seit sieben Jahren enthaltsam lebt. Es wirkt immer ehrlich und lustig. Und selbst der oft als Totalausfall agierende Ben Affleck kann den Film nicht ruinieren, das hat Kevin Smith schon gekonnt in Chasing Amy zu verhindern gewusst. Jennifer Lopez ist man ja erfreulicherweise schon früh im Film wieder los.

Von der ersten bis zur letzten Minute schafft es Smith, das Publikum bei Laune zu halten und er findet stets den Spagat zwischen rührseligen Momenten und dem totalen Humor. Selbst beim extrem vorhersehbaren Ende, das man so schon in unzählbaren Filmen gesehen hat, kommt letztlich keine Langeweile auf. Ein Highlight des Films ist die Unterhaltung von Ollie und Will Smith am Ende des Filmes, den er Jahre zuvor in seinem Beruf massiv beleidigt hatte und aufgrund dessen seinen Job verlor. Ein Wink des Schicksals, dass genau diese Begegnung das Leben von Ollie in die für ihn richtige Bahn lenkt. Auch wenn es im richtigen Leben vermutlich genau in die andere Richtung gehen würde. Das ist eben der Unterschied zwischen dem Leben und einem Film. Im letzteren gibt es ein Happyend.

Fazit: Ehrliche Familienkomödie mit viel Seele.

Rating:

★★★★★★★☆☆☆

3 Kommentare zu “Jersey Girl

  1. Habe ich einen Knick in der Optik, oder kann es tatsächlich sein, dass Matt Damon einen Cameo Auftritt in dem Film hat???

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