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Die Unglaublichen (The Incredibles)

Die Unglaublichen

Animationsfilme aus dem Hause Pixar sind eine sichere Bank und in der Vergangenheit stets der Gratmesser für kommende Filme des Genres gewesen. Zuschauerrekorde, begeisterte Kritiker und staunende Kinder sind die Macher gewohnt, mit dem neuesten Werk Die Unglaublichen will sich Pixar weiter entwickeln und schlägt erstmals ernstere Töne an und wechselt von imaginären Figuren wie Spielzeugen und Tieren erstmals zu menschlichen Darstellern.

Die Unglaublichen sind eine Super-Familie, jedes einzelne Familienmitglied verfügt über einzigartige Kräfte. Als Vater Mr. Incredible jedoch verklagt wird – er rettete einen Selbstmörder gegen seinen Willen – wird ein Gesetz erlassen, das Superhelden untersagt ihre Kräfte einzusetzen. Superhelden bekommen eine Geheimidentität und müssen ein normales Leben führen. Mr. Incredible arbeitet fortan als Bob Parr bei einer Versicherung und setzt schnell Speck an. Die Rettung naht mit einem unglaublichen Job-Angebot der verführerisch schönen Mirage. Und schon schlüpft Bob wieder in seinen Superdress.

Pixar wird erwachsen, die Unglaublichen ist eine schöne Persiflage auf alle Superheldenfilme und die klassischen Bondstreifen. Die Unglaublichen sind aber auch eine ganz normale amerikanische Familie, die mit Alltagsproblemen zu kämpfen haben, wie wir sie alle kennen. Tochter Violetta kämpft mit den Problemen der Pubertät, Papa Bob hat eine schwere Midlife-Crisis, Mama Helen wächst der Haushalt samt Kindern über den Kopf und der pfeilschnelle Junior darf nicht so wie er will. Genau diese Probleme machen die Familie so verdammt sympathisch und so leidet man mit ihnen. Dabei sollte es für sie als Superhelden a.D. doch so einfach sein.

Aufgrund seiner für einen Trickfilm geradezu epischen Länge von fast zwei Stunden treten gerade im Mittelteil einige Längen auf, das letzte Drittel mit einem überaus hohen Actionanteil macht dies aber wieder gut.

Die Charaktere wurden wie immer liebevoll gestaltet, hier ist Pixar wirklich ein guter Kompromiss gelungen. Die Figuren wirken zwar menschlich, sind aber stark überzeichnet und diese Richtung gefällt mir deutlich besser als die möglichst reale Darstellung, die sowieso nicht klappen kann. Besonders Herz gewachsen ist mir Tochter Violetta, die schmachtend ihrer heimlichen Liebe nachschaut und sich unsichtbar macht, sobald dieser sich zu ihr umdreht, einfach herrlich. Ebenfalls ein echtes Highlight sind die Kostümdesignerin Edna und der Boss von Bob, der in deutschen Version von Herbert Feuerstein gesprochen wird.

Im Gegensatz zu früheren Pixar-Filmen wurde die Gag-Anzahl stark reduziert, große Lacher bleiben eher Mangelware, dafür schmunzelt man eigentlich über die meiste Zeit des Films vor sich hin. Aufgrund seiner für einen Trickfilm geradezu epischen Länge von fast zwei Stunden treten gerade im Mittelteil einige Längen auf, das letzte Drittel mit einem überaus hohen Actionanteil macht dies aber wieder gut. Das turbulente letzte Drittel macht den Film auch gleich zu einem der besten Actionfilme des Jahres: Rasante Verfolgungsjagden, aufreibende Kämpfe und atemlose Hatz durch die zahlreichen Sets lassen keinerlei Langeweile aufkommen.

Als ich hörte, dass Kai Pflaume den extrem coolen Frozone sprechen soll, der im Original von Samuel L. Jackson gesprochen wird, fürchtet ich bereits das Schlimmste. Doch die Synchronsprecher passen wirklich hervorragend – inklusive Kai Pflaume. Markus Maria Profitlich passt meiner Meinung nach sogar noch besser als das US-Pendant Craig T. Nelson. Die nervige Barbara Schöneberger (Mirage) hätte ich nicht mal erkannt, wenn ich es nicht gewusst hätte. Insofern wurde hier wirklich gute, passende Arbeit abgeliefert.

Doch letztlich bin ich doch auch ein wenig enttäuscht. Die von Pixar selbst sehr hoch gelegte Latte wird nicht wieder höher gelegt, Findet Nemo mit seiner eher rührseligen Geschichte hat mir noch eine Spur besser gefallen und hatte auch eine deutlich höhere Gagdichte. Das macht Die Unglaublichen keineswegs zu einem schlechten Film. Er ist einfach erwachsener und hat seine Highlights. Der Film erinnert mich an eine Zeit, wo Bond-Filme noch schottischen Akzent und schmutzigen Sex hatten und wo Adam West als Batman die Welt in Atem hielt. Für Kleinkinder sicher kein empfehlenswerter Film, da er zu viele ernste und teils schwermütige Passagen hat.

Fazit: Pixar überrascht mit einem erwachsenen Action-Highlight, das voller Ehrfurcht den Hut hebt vor alten Bondfilmen und jeglicher Art Superheldenfilmen. Weniger Gags und deutlich mehr Action als frühere Streifen aus dem Hause Pixar.

Rating:

★★★★★★★★☆☆

Ein Kommentar zu “Die Unglaublichen (The Incredibles)

  1. How wonderful it is! Today, I had seen the film – „The Incredibles“ this afternoon, my father also had seen this film in this evening. This cartoon movie is powered by Disney-Pixar.
    In this film, I love the people’s sensation, scene, bugbears. The scene is so sublime.
    With the great imagination.

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