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Old Men in new Cars

Je schwärzer der Humor eines Films umso mehr wird das Ganze zur Geschmackssache. Old Men in new Cars ist das Prequel zu In China essen sie Hunde und der war bei der damaligen Sneak Preview schon sehr unterschiedlich beim Publikum angekommen. Entweder man mag den Film, oder man mag ihn nicht. Kurioserweise hatte ich am gestrigen Morgen noch an In China essen sie Hunde gedacht und das ich den mal wieder sehen wollte. Ich konnte ja nicht ahnen, am Abend das Prequel zu sehen. Dabei hat sich wieder das komplette Team aus dem ersten Film zusammen getan.

Harald (Kim Bodina) ist frisch aus dem Knast entlassen worden und schon wird er von kroatischen Gangstern belagert, denen er noch Geld schuldet. Obendrein ist sein Ziehvater „The Monk“ (Jens Okking) todkrank, der nur einen Wunsch hat: Seinen verschollenen Sohn zu sehen. So macht sich Harald mit den beiden Köchen (Tomas Villum Jensen und Nikolaj Lie Kaas) seines Restaurants auf den Weg von Dänemark nach Schweden, um Ludvig (Torkel Petersson) zu holen. Der einzige Haken: Ludvig sitzt im Knast und das nicht wie zunächst vermutet wegen unbezahlter Strafzettel, sondern weil er ein mehrfacher Frauenmörder ist. Sie verhelfen ihm zur Flucht, überfallen eine Bank, um Geld für die Kroaten aufzutreiben. Als dies schief läuft entführen sie einen Geldtransporter und der mit Morphium voll gestopfte Monk soll alle nach Südamerika fliegen. Obendrein findet Psychopath Ludvig die Liebe seines Lebens (Iben Hjejle). Die tragische Rolle des Films ist Emigrant Vuk (Brian Patterson), der Höllenqualen durchleiden muss.

Der extrem schwarze Humor, die schrägen Typen und die Anzahl der Leichen lehnen sich an den Vorgänger an, erreichen aber nie ganz dessen Qualität.

Während der Film lief wusste ich nicht, dass es sich um das Prequel zu In China essen sie Hunde handelte, zu lang war es her, dass ich den Film gesehen hatte. Doch schon da fiel mir die frappierende Ähnlichkeit zwischen beiden Filmen auf. Der extrem schwarze Humor, die schrägen Typen und die Anzahl der Leichen lehnen sich an den Vorgänger an, erreichen aber nie ganz dessen Qualität. Doch zweifelsohne hat der Film seine extrem lustigen Momente. Jedes Mal wenn Harald durchdreht oder Ludvig einen seiner morbiden Witze reißt kann man sich ein Lachen kaum verkneifen.

Es gibt deutlich mehr und längere Actionsequenzen gegenüber dem Vorgänger, was mich persönlich etwas gestört hat, denn diese sind sicher nicht die Stärken des Films, da sich die Produktion hier eher auf mittlerem TV-Niveau bewegt. Der Film ist immer dann am stärksten, wenn seine durchgeknallten Charaktere im Mittelpunkt stehen. Seien es die widerwillig zu Beutezügen mitgeschleppten Aushilfsköche, der an Kenny erinnernde Vuk, der extrem schräge Typ Ludvig oder die extrem brutal und launische Hauptfigur Harald – so schräge Typen bekommt man selten im Kino zu sehen. Tarantino schafft dies vielleicht, wirkt dabei aber weniger realer.

Extrem lustig zum Beispiel die Szene als die Bande in einem schwedischen Hotel einchecken will und mit gebrochenem Englisch einen Konferenzraum mieten will. Hier wurde endlich mal nicht ein Witz tot synchronisiert sondern so in die deutsche Version übernommen. Das Team hinter dem Film muss schon ein wenig verrückt sein, wenn man die vielen spaßigen Einfälle wie die Flucht aus dem Knast zum Beispiel bedenkt.

Fazit: Rabenschwarze dänische Komödie, die technisch ihre Schwächen hat, dafür in anderen Bereichen auftrumpft. Kein Film für die ganze Familie und sicher stark Geschmackssache.

Rating:

★★★★★★☆☆☆☆

3 Kommentare zu “Old Men in new Cars

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