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Bridget Jones: Am Rande des Wahnsinns (Bridget Jones: Edge of Reason)

Bridget Jones: Am Rande des Wahnsinns

Fortsetzungen haben es naturgemäß eher schwer bei den Zuschauern. Es fehlt der Bonus der Originalität und oft wirkt die Handlung konstruiert, da man ja irgendwie den Anschluss an den ersten Teil finden muss und somit die weitere Handlung vorbestimmt ist. Das Ganze hat dann oft den schalen Beigeschmack von Geldmacherei. Auch beim zweiten Teil der ebenso pummeligen wie charmanten Bridget Jones wird man genau diese Gedanken nicht so richtig los.

Wir erinnern uns. Die verzweifelte Bridget (Renée Zellweger) war in Teil eins auf der schweren Suche nach dem Traummann. Diesen scheint sie im gleichsam stocksteifen wie unwitzigen Marc Darcy (Colin Firth) gefunden zu haben. Vorher fiel sie noch auf den Chauvi-Casanova Daniel Cleaver (Hugh Grant) rein. Und genau hier setzt der zweite Teil an. Bridget hat endlich ein Sexleben und ist mit Mark glücklich. Aber Bridget wäre nicht Bridget, wenn es hier nicht doch ziemlich schnell Probleme geben würde. Sie befürchtet, dass Mark eine Affäre mit seiner ebenso hübschen wie schlanken Kollegin Rebecca (Jacinda Barrett) hat. Gespräche zwischen Bridget und Mark gestalteten sich schon immer als schwierig und so trennen sich die beiden. Bei ihrem Job als TV-Reporterin läuft ihr Supermacho Daniel Cleaver wieder über den Weg und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Bridget tippt von einem Fettnapf in den nächsten Supergau und die beiden ewigen Rivalen Mark und Daniel dürfen sich auch wieder prügeln.

Ihr sympathisches Lächeln steckt einfach an und sie immer wieder bis zum Hals in einem Fettnapf badend zu sehen ist gleichsam herzlich wie Mitleid erregend.

Kritiker, die den Film nicht mögen, werfen ihm genau das vor, was ich in der Einleitung schrieb: Dünne Story, Nummernrevue und pure Geldmacherei. Das kann man durchaus so sehen, aber der Film funktioniert meiner Meinung nach dennoch hervorragend. Dies liegt an den drei perfekt harmonierenden Hauptfiguren und dabei allen voran an Renée Zellweger. Niemand sonst könnte ein zwei Nummern zu kleines Kleid anziehen und dabei noch so charmant aussehen. Ihr sympathisches Lächeln steckt einfach an und sie immer wieder bis zum Hals in einem Fettnapf badend zu sehen ist gleichsam herzlich wie Mitleid erregend. Man mag den Drehbuchautoren vorwerfen, dass Bridget zu einem ziemlichen Dummchen geworden ist, aber das ist doch letztlich genau das, was die Leute sehen wollen. Eine verzweifelte Frau am Rande des Wahnsinns, wie es der Titel schon so schön suggeriert.

So fiebern wir mit, wenn ihre Freunde ihr wieder einen schwachsinnigen Rat geben und nicht selten hört man Rufe aus dem Zuschauerraum mit Anweisungen an das blonde Dummchen, herrlich. Ich überlegte mehr als einmal, ob ich nicht am liebsten aufstehen und ihr in den Hintern treten oder sie einfach herzlich in den Arm nehmen möchte. Das ist genau der Typ Mensch, der sofort einen Stein bei mir im Brett hätte und sich unverschämt viel erlauben dürfte.

Colin Firth spielt den stocksteifen Briten mit Stock im Arsch gewohnt glänzend, man meint wirklich, dass er zum Lachen in den Keller geht. Und Hugh Grant hat die Rolle, die eben nur Hugh Grant bekommen kann. Ich könnte mir niemand besseren vorstellen für einen charmanten Supermacho. Ich glaube, er könnte einen auch sehr schwer beleidigen, ohne ihm dafür böse sein zu können. Ansonsten setzt man auf die bekannten Charaktere aus dem ersten Teil, der grabbelnde Onkel, die schräge Mama und auch die kruden Freunde von Bridget sind wieder mit an Bord.

Auch wenn viele Gags aus dem Trailer bekannt waren oder aus dem ersten Teil wieder aufgewärmt wurden: Der Film ist witzig-charmant von der ersten bis zur letzten Minute. Die Story ist vorhersehbar und birgt keine Überraschung, das muss sie auch nicht, wenn sie so liebenswert erzählt wird wie hier. Einzig den Part in Thailand hätte man sich sparen können, denn ich sehe Bridget lieber im Chaos zu Hause. So kann ich nur hoffen, dass wir Bridget in einem dritten Teil wieder sehen werden und dann kann sie gerne wieder ihr voluminöses Hinterteil in die Kamera halten, Parties sprengen oder in gesellschaftliche Top-Ereignisse platzen. Genauso wenig wie Mark darüber sauer sein kann, kann ich davon genug bekommen.

Fazit: Gelungene Fortsetzung des Vorzeige-Pummelchens. Dank charmanter und liebevoller Charaktere verzeihe ich alle durchaus vorhandenen Schwächen.

Rating:

★★★★★★☆☆☆☆

Ein Kommentar zu “Bridget Jones: Am Rande des Wahnsinns (Bridget Jones: Edge of Reason)

  1. War ein sehr witziger Film. Vor allem die Klamotten beim Skifahren waren der Hit. So würde mich kein Mensch auf die Piste kriegen.

    Obwohl der furchtbare Watschelgang beim Tragen eines Korsetts auch was hatte.

    Ist jedenfalls eine Spitzenfortsetzung.

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