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Shaun of the Dead

Shaun of the Dead

Das Horror-Genre und hier ganz besonders der Zombie-Film erfuhr zuletzt eine erfrischende Wiederbelebung. Egal ob Danny Boyles 28 Days later, das Remake von Dawn of the Dead oder die Videospielumsetzung Resident Evil Apokalypse: Der Zombiefilm ist in und nicht tot zu bekommen, wie die meisten seiner Protagonisten auch. Shaun of the Dead nimmt das Genre gekonnt bissig und britisch unterkühlt auf die Schippe und gilt bei vielen bereits jetzt als Kultfilm.

Shaun ist ein 29jähriger Verkäufer in einem Londoner Elektrofachgeschäft. Ein Typ der Marke „wie du und ich“. Er ist mit seinem Leben den Umständen entsprechend zufrieden: Er hat eine hübsche Freundin, wohnt in einer WG mit seinem Busenfreund Ed und einem geleckten Bürohengst namens Pete und verbringt die Abende saufend und Erdnuss-futternd im Pub Winchester. Seine Freundin ist mehr als frustriert und verlässt Shaun, da er seinen Freund und den Pub offenbar lieber hat. Alles wird noch schlimmer, als eine merkwürdige Seuche durch London zieht, die die Menschen in Zombies verwandelt. Für Shaun die richtige Zeit, aus seiner Lethargie zu erwachen und den Zombies mit Anlauf in den Arsch zu treten. Wäre doch gelacht, wenn er nicht nur die Untoten in die Flucht sondern auch seine Freundin zurück in seine Arme treiben könnte.

Der Film steigert sich an Dramatik und Tempo und genretypisch geht es nach dem Motto größer und mehr weiter.

Ich liebe den britischen, trockenen Humor und ich hatte mich nach Sichtung des Trailers sehr auf diesen Film gefreut und bekam letztlich auch genau das, was ich mir erwartet hatte. Schonungslos wird das komplette Genre nicht nur auf den Arm genommen, sondern auch den großen Vorbildern gehuldigt und wirklich guter Humor geboten. Der lethargische Shaun bekommt zunächst gar nichts von den Zombies um ihn rum mit, da er noch völlig geschockt von der Trennung ist. Er drückt dem ersten Untoten Geld in der Hand, weil er ihn für einenn Bettler hält. Allein diese Szenen rechtfertigen schon den Kinobesuch.

Es gibt kein Halten mehr, wenn sich Shaun und Co mit den absonderlichsten Methoden die Zombies vom Hals schaffen. Egal ob Plattensammlung oder Cricketschläger, hier wird kreativ aufgeräumt. Dabei geht es bissig, schwarzhumorig und auch sehr brutal zu Werke. Nicht falsch verstehen, trotz des ganzen Humors reden wir hier immer noch von einem Zombiefilm und das ist nun mal nichts für zarte Gemüter. An einigen Stellen musste ich auch etwas die Augen verdrehen. Auf Seiten der Darsteller wird durchaus Qualität geboten, so viele skurrile Charaktere kriegt man nicht in jedem Film zusehen. Sei es die Mutter, die schon zu Lebzeiten wie ein Zombie wirkt, der durchgeknallte Stiefvater oder der schrullige Kumpel Ed. Die Figuren passen zusammen und sind nicht nur Staffage oder Stichwortgeber.

Etwa nach zwei Dritteln des Films ändert sich die Richtung des Films etwas, der Humor gerät etwas in den Hintergrund und der Splatter übernimmt die Überhand. Der Film steigert sich an Dramatik und Tempo und genretypisch geht es nach dem Motto größer und mehr weiter. Schön jedoch, dass die Macher den Humor dabei nie aus den Augen verloren und auch zum Ende immer wieder zündende Gags bieten. Und es war ein Segen zu sehen, dass Shaun of the Dead nicht so platt daher kommt, wie es andere Parodien tun, wie zum Beispiel die „Scary Movie“-Reihe. Danke dafür.

Fazit: Bitterböse Zombie-Parodie, wie man sie besser kaum machen könnte.

Rating:

★★★★★★★★☆☆

5 Kommentare zu “Shaun of the Dead

  1. Pingback: Nur mein Standpunkt » Kritiken zu “Shaun”
  2. Ich erkläre dir das gerne mal mit den Bewertungen. Eine 2 hier zeigt nicht an, wie der Film beim Rest der Welt ankommt, sondern wie ICH ihn fand. Total subjektiv, total meine Meinung. Das kannst du nun genau so sehen oder eben total anders. Das ist dann eben DEINE Meinung. Das wir hier offensichtlich gerade mal die gleiche Meinung haben… fein, aber einfach Zufall.

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