Skip to main content

Sky Captain and the World of Tomorrow

Sky Captain and the World of Tomorrow

Ganz oben auf der Liste der Filme, die ich dieses Jahr noch sehen musste, stand Sky Captain and the World of Tomorrow. Der Trailer hatte mich schon fasziniert, diverse Bilder machten mich richtig heiß auf diesen Film, der Elemente von Metropolis, der alten „Flash Gordon“-Serie und alten US-Comics in sich vereint. Dazu die komplett am Computer entwickelte Kulisse – nur die Schauspieler sind echt – und der Look, der dank Weichzeichner an einen Hamilton-Softporno erinnert.

Wir schreiben Ende der 30er Jahre und die Welt ist eigentlich in bester Ordnung wäre da nicht der böse Doktor Totenkopf (Sir Laurence Olivier), der mit seinen Killerrobotern New York angreift. Der wackere Held Joe „Sky Captain“ Sullivan (Jude Law) stürzt sich mit seiner fliegenden Ein-Mann-Festung todesmutig in die Häuserschluchten der Großstadt und nimmt den Kampf auf. Dort ist die Sensationsreporterin Polly Perkins (Gwyneth Paltrow) unterwegs und forscht für eine Story über verschwundene Wissenschaftler nach. Joe und Polly merken, dass sie in der gleichen Sache ermitteln. Das die beiden früher eine Affäre hatten, gibt dem Ganzen eine gewisse prickelnde Schärfe. Unterstützt werden sie bei ihren Nachforschungen von Dex (Giovanni Ribisi).

Die Story ist relativ trashig, was aber einfach den Wurzeln der Geschichte liegt, die sich bei den klassischen US-Comics bedient.

Sky Captain and the World of Tomorrow ist angesichts der Tatsache, dass wir dieses Jahr keinen neuen Herr der Ringe Film mehr sehen werden und Star Wars Episode 3 erst nächstes Jahr anlaufen wird, das audio-visuelle Schmankerl des Jahres. Beeindruckend ist die Geschichte von Regisseur Kerry Conran, der das Konzept des Films am hauseigenen Apple Macintosh als 6-Minuten-Kurzfilm inszenierte und daraufhin mit 60 Millionen US-Dollar für die Verwirklichung seines Traumes ausstaffiert wurde. Sämtliche Kulissen im Film sind komplett im Computer erstellt worden sowie der 1989 verstorbene Laurence Olivier. Dabei bewies Conran viel Liebe zum Detail und man erkennt Parallelen bei der Darstellung von New York zu Metropolis oder beeindruckenden Großstädten aus Comic-Heften. Der eigenwillig weichgespülte und auf alt getrimmte Look mag zunächst gewöhnungsbedürftig sein, passt aber letztlich zum Setting der Geschichte und bildet ein harmonisches Ganzes. Der einzige Haken an der Sache ist, dass die Schauspieler vor einem Blue Screen agieren mussten und das sieht man ihnen im Film teilweise an und sie wirken etwas holprig oder deplatziert. Ist ja auch nicht einfach, entsprechend zu agieren, wenn man nichts vom Set sehen kann.

Die Story ist relativ trashig, was aber einfach den Wurzeln der Geschichte liegt, die sich bei den klassischen US-Comics bedient. Überzeichnete Bösewichter sind dort an der Tagesordnung, aber das wirkt hier nicht falsch sondern mehr als Huldigung. Allein die liebevollen Anspielungen wie die übergroßen Funkmasten, die wellenförmig Strahlen aussondern sind eine schöne Anspielung und passen perfekt in den Film. Letztlich kommt der Humor auch nicht zu kurz. Die etwas andere Beziehung zwischen Joe und Polly sorgt immer wieder für den einen oder anderen Lacher, die beiden harmonieren wirklich gut zusammen. Dazu kommen viele Anspielungen auf bekannte Filme, spritzige Dialoge und teilweise auch sehr unerwartete Handlungen der Protagonisten. Großer Höhepunkt sind dann immer die gigantischen Schlachten, die wirklich atemberaubend sind. Packende Verfolgungsjagden durch die engen Gassen New Yorks oder die Unterwasserfahrt sind wirklich Top im Action-Genre und aufgrund der verwendeten Technik durchaus als einzigartig zu sehen.

Kritiker werfen dem Film die maue Story vor. Dies kann man tun, aber meiner Meinung nach passt sie einfach zum Film und die überragende Optik macht diesen Fehler auch mehr als wett. Genre-Fans kommen um einen Kinobesuch nicht drum herum, denn der Film ist für die große Leinwand gemacht.

Fazit: Atemberaubende Reminiszenz an klassische Comics und vergangene Kultfilme.

Rating:

★★★★★★★☆☆☆

Ein Kommentar zu “Sky Captain and the World of Tomorrow

Kommentar verfassen