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Die Vergessenen (The Forgotten)

Die Vergessenen

Ich mag Verschwörungsfilme. Solche Filme haben von Haus einen Stein bei mir im Brett. Ich liebe es, wenn hinter allem irgendetwas Größeres ist, was die Protagonisten am Anfang nicht mal im Ansatz verstehen oder ahnen. Daher freute ich mich auch im Vorfeld auf Die Vergessenen, da der Trailer durchaus einen solchen Film andeutete. Im Endeffekt war es auch genau so etwas, nur dass mir die finale Auflösung des Ganzen absolut nicht gefiel, doch dazu später mehr.

Telly Paretta (Julianne Moore) ist mit ihren Nerven völlig am Ende, der Tod ihres Sohnes bei einem tragischen Flugzeugabsturzes liegt 14 Monate zurück. Sie will nicht los lassen und hat diverse Rituale wie das apathische Betrachten von Fotos und Videos, die sie täglich durchlebt. Sie ist bei einem Psychiater (Gary Sinise) in Behandlung und auch ihr Mann Jim (Anthony Edwards) kümmert sich rührend um sie. Als dann jedoch zunächst die Fotos vom Sohnemann anfangen zu verschwinden und nach und nach jeglicher Beweis seiner Existenz verschwindet, wittert Telly eine Verschwörung von Psychiater und Ehemann, um das Geschehene zu vergessen. Doch niemand kann sich an ihren Sohn erinnern, die Zeitungsberichte von einst sind weg und auch gute Freunde behaupten, dass Telly nie einen Sohn gehabt hätte. Als sie schon selbst beinahe daran glaubt, den Verstand verloren zu haben, trifft sie Ash (Dominic West), der ebenfalls ein Kind bei dem Unglück verloren hat. Auch er kann sich nach einiger Zeit wieder an seine Tochter erinnern und beide versuchen der Sache auf den Grund zu gehen. Wer will, dass sie ihre Kinder aus ihren Köpfen vergessen? Was haben die Beamten der NSA damit zu tun, die ständig auftauchen?

Einige Schockmomente sind sehr fein inszeniert und haben mich doch tatsächlich richtig erschrocken, was nicht oft vorkommt im Kino.

Mir hat der Film ziemlich gut gefallen, wenn man nur die ersten beiden Drittel des Films betrachtet. Am Anfang wird man gefühlvoll in die Geschichte eingeführt und Julianne Moore merkt man die Verzweifelung wirklich an, sie ist total überzeugend in ihrer Rolle. Auch der sich langsam entfaltende Plot um die Verschwörung ist interessant, spannend und zuweilen richtig erschreckend in Szene gesetzt. Umso ärgerlicher muss man den Verantwortlichen für die dann doch eher platte Auflösung des Ganzen. Das Ende mutet wie eine größerer Folge von Akte X an und Fox Mulder hätte sicher seinen Spaß damit gehabt. Zu dumm, dass ich nicht Fox Mulder bin und lieber ein anderes Ende gesehen hätte. Warum nicht eine fiese Vertuschung von Regierungsbeamten. Der gewählte Schluss lässt leider auch einige logische Löcher erscheinen, bei denen ich mehr als ein Fragezeichen über dem Kopf hatte.

Wenigstens ist der Film richtig gut besetzt. Julianne Moore ist in einem derartigen Film um Längen besser aufgehoben als zuletzt in der Komödie Laws of Attraction. Gary Sinise ist mal wieder als Psychiater zu sehen, wie auch schon in Gothika. Auch in den Nebenrollen tauchen mit Anthony Edwards (Emergency Room, Top Gun), Dominic West (Mona Lisas Lächeln, Chicago) und Alfre Woodard (K-Pax, Star Trek) überwiegend sehr gute Leute auf. Einige Schockmomente sind sehr fein inszeniert und haben mich doch tatsächlich richtig erschrocken, was nicht oft vorkommt im Kino. Ich wollte den Film gut finden, das Ende hat es leider versaut, insofern bleibt ein insgesamt nur durchschnittlicher Mystery-Streifen zurück, der auch als Doppelfolge bei Akte X getaugt hätte.

Fazit: Mystery-Thriller mit gutem Beginn, teilweise tollen Schockmomenten aber einen dann zu enttäuschendem Ende.

Rating:

★★★★★☆☆☆☆☆

Ein Kommentar zu “Die Vergessenen (The Forgotten)

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