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The Manchurian Candidate

The Manchurian Candidate

Es ist schade, was aus dem Oscarprämierten Regisseur Jonathan Demme geworden ist. Nach den großartigen Das Schweigen der Lämmer und Philadelphia gab es für ihn hauptsächlich böse Flops. Aus diesem Tal heraus soll ihm der Polit-Thriller The Manchurian Candidate verhelfen. Dabei handelt es sich um das Remake des gleichnamigen Films aus dem Jahre 1962 mit Frank Sinatra und Laurence Harvey in den Hauptrollen. Damals war der große Feind Amerikas der Kommunismus, insofern verwundert es nicht, dass für die 2004er Auflage ein neuer Gegner herhalten muss, man passt sich eben der gegenwärtigen Weltpolitik an.

Major Benett Marco (Denzel Washington) leidet unter dem Golfkriegsyndrom. Ihn plagen fürchterliche Albträume. Er trifft einen alten Weggefährten, der unter den gleichen Problemen leidet. Dieser berichtet von einer Gehirnwäsche, die nach den Geschehnissen im Irak durchgeführt wurde. Als sein alter Kamerad unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt wittert Marco eine Verschwörung. Er nimmt Kontakt zu einem weiteren Kameraden (Liev Schreiber) auf, der damals die Ehrenmedaille bekommen hat und nun Präsidentschaftskandidat ist und unter den Fuchteln seiner machthungrigen Mutter (Meryl Streep) steht. Die Gespräche bestätigen Marcos Verdacht und das Problem stellt sich als ein noch viel Größeres heraus.

Das wird dem Film dadurch nicht gerecht, da er – das letzte Viertel mal ausgenommen – wirklich sehenswert ist.

Der Film gliedert sich nach der Einführung in zwei parallele Stränge, die zum Ende zusammen geführt werden. In dem einen sehen wir die Leiden von Benett Marco, der sehr überzeugend von Denzel Washington dargestellt wird. Er ist nicht herausragend wie in früheren Werken, macht seine Arbeit aber wirklich solide. Im zweiten Strang erleben wir den Wahlkampf von Nationalheld Raymond Shaw, der teilweise erschreckende Parallelen zum US-Wahlkampf zeigt. Dies war sicher auch gewollt von Demme, wenn man bedenkt, wann der Film gedreht wurde. Liev Schreiber ist mit seinem verklärten Blick die Idealbesetzung für diese Rolle. Noch besser macht ihre Arbeit Meryl Streep, die die machthungrige Mutter derart überzeugend spielt, dass man ihr am liebsten ins Gesicht schlagen würde. Ich mag sie nicht wirklich, aber diese Rolle ist wie gemacht für sie.

Was zunächst relativ spannend beginnt bekommt leider eine extrem schlechte Auflösung und je näher sich der Film seinem Ende nähert, desto konstruierter und unglaubwürdiger wird leider alles. Das wird dem Film dadurch nicht gerecht, da er – das letzte Viertel mal ausgenommen – wirklich sehenswert ist. So kann ich leider nur festhalten, dass er an das Original nicht heran kommt und mal wieder echtes Potenzial verschenkt wurde. Schade drum.

Fazit: Bemühte Neuverfilmung eines Klassikers, der aufgrund des verpatzten Schlussviertels dessen Klasse nicht erreichen kann.

Rating:

★★★★★☆☆☆☆☆

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