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7 Zwerge – Männer allein im Wald

Bald ist es schon zwanzig Jahre her, als Blödel-Ostfriese Otto Walkes mit seinem ersten Kinofilm Massen in die Kinos gezogen hat. Wenn man bedenkt, dass damals Ost und West noch getrennt waren, dann kann Bully Herbig heute noch neidisch auf die damaligen Quoten sein. Doch gerade Komik hat eine gewisse Halbwertzeit und die ist bei Otto inzwischen mehr als abgelaufen. Das beweisen eindrucksvoll die Besucherzahlen seiner weiteren Kinofilme, denn bei aller Kreativität blieb vor allem eins gleich: Der Misserfolg stieg. Aber da Otto auch ein cleverer Geschäftsmann ist, versammelte er für seinen neuen Film die gesamte deutsche Comedy-Gemeinde, um die die Märchen der Gebrüder Grimm durch den Kakao zu ziehen.

Eben eine solide deutsche Komödie mit viel Schatten, aber auch ebenso viel Licht und richtig guten Gags.

Es wäre ein leichtes, die 7 Zwerge in der Luft zu zerreißen, denn viele Rohrkrepierer und wirklich abgestandene Gags werden in der gesamten Laufzeit gereicht. Aber genau das Gleiche hätte man schon mit Bullys Traumschiff machen können. Belassen wir es dabei, dass man mit dem von der Filmförderung zur Verfügung gestellten Geld etwas durchaus besseres hätte machen können. Zur Story muss man nicht viel sagen, sie dient lediglich als rissiges Fundament für die Nummernrevue der deutschen Komiker. Selbst wenn nur jeder vorhandene Komiker einen guten Witz liefert für den Film, dann hätte der Film noch deutlich mehr Lacher als manch andere Komödie. Meine Highlights des Films waren Rüdiger Hoffman als Wunderspiegel, Helge Schneider als weißer Helge und Boris Aljinovic als brummeliger Zwerg. Neben den Märchen der Gebrüder Grimm kriegt auch der Herr der Ringe eine gehörige Portion Spott verpasst. Hier hat Otto, der auch für das Drehbuch mitverantwortlich ist, eifrig bei Bully gelernt.

Insgesamt also lange nicht so schlimm wie von mir befürchtet, aber auch ein ganzes Stück von richtig gut entfernt. Eben eine solide deutsche Komödie mit viel Schatten, aber auch ebenso viel Licht und richtig guten Gags. Gut gefallen hat mir auch, dass niemand überproportional viel Raum bekommen hat, sondern alle irgendwie gleichberechtigt auftauchen im Film. Selbst Nina Hagen, die ich mir sonst nur bei Verstopfung antue, konnte mir den Abend nicht versauen, das spricht definitiv für den Film.

Fazit: Typisch deutsche Komödie, die nichts anders macht als viele andere auch. Um es mit den Worten von Rüdiger Hoffman zu sagen: Das kann man gut finden, muss man aber nicht. Ja ne, ist klar…

Rating:

★★★★★☆☆☆☆☆

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