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Collateral

Collateral

Tom Cruise zeigt sich im Laufe seiner Karriere inzwischen durchaus wandlungsfähig. Weg vom ewig begehrenswerten Sonnyboy versuchte er sich in Last Samurai mit einer fremden Kultur und nun in seinem neuen Film Collateral auf der anderen Seite des Gesetzes. Egal was er auch macht, der Erfolg bleibt ihm treu und Cruise weiter der zuverlässige Kassenmagnet. In dem packenden Thriller warten mit Jamie Foxx und Jada Pinkett Smith weitere sehr gute Schauspieler und die Regie nahm mit Michael Mann eine durchaus Thriller erprobte Hollywoodgröße in die Hand.

Vincent (Tom Cruise) ist geschäftlich in Los Angeles unterwegs. Er steigt zu Max (Jamie Foxx) ins Taxi und überredet diesen, ihn die ganze Nacht zu fahren und stellt dafür 600 Dollar als Belohnung in Aussicht. Er soll ihn zu fünf Orten fahren und anschließend pünktlich am nächsten Morgen am Flughafen wieder absetzen. Doch Vincent ist kein Anwalt, sondern ein professioneller Auftragskiller, der fünf Kronzeugen für einen wichtigen Prozess ausschalten soll. Für den herzensguten Max bricht eine Welt zusammen, als er dies zufällig mitbekommt, doch er ist Vincent die ganze Nacht ausgeliefert. Ein Katz- und Mausspiel beginnt, die Polizei wird aufmerksam und der letzte Zeuge ist ein gemeinsamer Bekannter.

Collateral erinnert an die französischen Thriller der 50er Jahre, zeigt zwischen den eher ruhigen Dialog-Szenen durchaus harte Action-Szenen, die handwerklich einwandfrei und völlig frei von den heute oft verwendeten Spezial-Effekten sind wie unnötigen Zeitlupen.

Michael Mann liefert mit Collateral einen tiefgründigen Thriller ab, der vor allem durch seine Charaktere überzeugt und den Zuschauer dadurch an sich fesselt. Schon in der langen Eröffnungssequenz zwischen Jamie Foxx und Jada Pinkett Smith als Fahrgast lernt man so viel über die beiden Figuren, wie andere Film über die gesamte Laufzeit nicht zu offenbaren verstehen. Diese längeren Szenen, wie auch später zum Beispiel die Unterhaltung zwischen Vincent (Tom Cruise) und Jazz-Musiker Daniel (Barry Shabaka Henley) in einem Nachtclub über Jazzlegende Miles Davies ist wie ein eigener Kurzfilm und nicht nur schmückendes Beiwerk.

Collateral sieht dazu auch noch überaus gut aus. Los Angeles bei Nacht ist einfach eine Faszination für sich, wie Regisseur Mann diese Bilder jedoch einfängt und mit Musik unterlegt verdient Bewunderung. Es kommt dabei schön die Anonymität einer derartigen Großstadt wieder. Wie Vincent im Film so schön sagt, könnte man stundenlang tot in der U-Bahn liegen, ohne dass einen jemand bemerken würde. Michael Manns Verdienst ist es, dass einem die Hauptfiguren in diesem Film eben nicht so egal sind, sondern man mit ihnen fühlt, einfach weil man ihre Motive, Wünsche und Ängste nachvollziehen kann.

Tom Cruise zeigt sich von seiner besten Seite und dieser Imagewechsel wird ihm gut tun und ihn hoffentlich öfter in anderen Rollen als üblich zeigen. Aber auch Jamie Foxx, den man früher oft in eher lustigen Rollen gesehen hat, liefert eine überzeugen Leistung ab, wie auch Jada Pinkett Smith. Collateral erinnert an die französischen Thriller der 50er Jahre, zeigt zwischen den eher ruhigen Dialog-Szenen durchaus harte Action-Szenen, die handwerklich einwandfrei und völlig frei von den heute oft verwendeten Spezial-Effekten sind wie unnötigen Zeitlupen. Und das tut dem Film gut. Umso ärgerlicher, dass dieser sehenswerte Thriller nach zwei Stunden zu Ende ist, denn man bemerkt nicht, wie schnell die Zeit um ist.

Fazit: Einzigartiger, spannender Thriller mit sehr schönen Bildern, Action-Elementen und viel Tiefgang.

Rating:

★★★★★★★★☆☆

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