Skip to main content

Open Water

Open Water

Auf Open Water wurde ich relativ früh aufmerksam aufgrund zahlreicher positiver Kritiken aus den USA und den Lobpreisungen vom Sundance-Festival in diesem Jahr. Die Werbung verspricht uns ein Blaiwitch Project auf offener See, einen Haischocker, der es in sich hat. Das symphatische Pärchen Susan (Blanchard Ryan) und Daniel (Daniel Travis) ist vom Alltag mehr als gestresst und die Beziehung der beiden bleibt zunehmend auf der Strecke. Als große Entspannung und zugleich als Reanimation der Beziehung soll der große Urlaub in die Karibik dienen. Während dieses Urlaubes ist ein Tauchausflug geplant, der allerdings anders verläuft als geplant. Der Kapitän des Tauchbootes verzählt sich und vergisst das Pärchen auf offener See. Als diese von ihrem Tauchgang wieder an die Oberfläche zurückkommen ist kein Boot mehr zu sehen. Zunächst warten sie geduldig, den Fehler wird schon jemand bemerken doch mit zunehmender Dauer schleichen sich Angst, Verzweiflung und Panik ein, denn schließlich sind sie nicht allein auf offener See.

Open Water macht beinahe den Eindruck eine Dokumentation zu sein. Die billige Kamera vermittelt das Gefühl live dabei zu sein und so wirkt alles viel realer. Der Film gönnt sich auch keine lange Vorgeschichte, wir erfahren gerade so viel über die beiden Hauptdarsteller, wie es für den Film dienlich ist, damit man mit ihnen fühlt und keine kalte Distanz vorhanden ist. Sie sind nichts besonderes, ein Paar, dass in der Nachbarschaft wohnen könnte und das einem sympathisch ist, mehr ist für den Film auch nicht nötig. Man bemerkt gut, wie nötig die beiden doch den Urlaub nötig haben, da sie von Terminen und Hetze bestimmt sind. Umso mehr leben die beiden auf, als sie endlich am Urlaubsort angekommen sind.

Szenen im Dunkeln, bei denen man das Geschrei der beiden hört und nur ab und zu einen Blitz sieht oder den dunklen Donner hört erzielen viel mehr Effekt beim Zuschauer, da man immer das Gefühl hat, selbst dabei zu sein.

Wenn die beiden dann bemerken, dass sie zurück gelassen sind, dann leidet man mit ihnen und ihr Handeln ist zu jeder Zeit nachvollziehbar. Zunächst machen sie sich gegenseitig Mut und versuchen, nicht die Nerven zu verlieren. Man wird den Fehler sicherlich bald bemerken und sie retten. Sie versuchen sich an Informationen aus TV, Büchern und Magazinen zu erinnern, die ihnen jetzt helfen können, doch je länger sie dort draußen im Wasser treiben, desto beklemmender wird das Gefühl, dass alles kein gutes Ende nehmen wird. An beiden nagen Hunger und Durst, wie auch die Angst vor dem, was mit ihnen passieren wird. Die vormals wunderschöne, einzigartige Unterwasserwelt macht beiden nur noch Angst, da sie nicht sehen können, was unter ihnen passiert. Immer wieder ergeben sich Hoffnungsschimmer am Horizont, die ebenso schnell wieder verschwinden, wie sie sich andeuteten.

Als ich in schon eine gehörige Portion Mitleid mit beiden empfand wurde es dann aber erst richtig übel für die beiden, die ersten Haie und Feuerquallen stellen sich vor und hinterlassen Panik bei den beiden, die zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr Herr über ihre Nerven sind und mit zunehmender Dauer immer mehr offen ihre Emotionen zum Ausdruck bringen. Sie werfen sich gegenseitig vor, Schuld an der Misere zu sein und bedauern, dafür auch noch Geld bezahlt zu haben, nun so im Schlamassel zu stecken. Im Gegensatz zum Genre-Vater „Der weiße Hai“ kommt Open Water sehr gut ohne reißerische Haimäuler auf, denn das Grauen wird nur angedeutet und das reicht auch schon, um einen Angst zu machen. Szenen im Dunkeln, bei denen man das Geschrei der beiden hört und nur ab und zu einen Blitz sieht oder den dunklen Donner hört erzielen viel mehr Effekt beim Zuschauer, da man immer das Gefühl hat, selbst dabei zu sein. Unterstützt wird das Ganze von der überzeugen Darstellung von Blanchard Ryan und Daniel Travis, die Angst, Verzweiflung und Grauen realistisch rüber bringen.

Fazit: Spannungsgeladener Haischocker, der subtil Angst und Schrecken verbreitet im pseudo-dokumentarischen Look.

Rating:

★★★★★★★☆☆☆

Kommentar verfassen