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Hellboy

Hellboy

Comic-Adaptionen für die große Leinwand erfreuen sich nach wie vor größter Beliebtheit. Kein Wunder, Peter Parker ist mit Spiderman 2 dabei, den extrem großen Erfolg des Vorgängers sogar noch zu übertrumpfen. Mit Hellboy schickt der Mexikaner Guillermo del Toro, der bereits mit Blade II Genre-Erfahrung sammeln konnte, einen weiteren Versuch ins Rennen. Der dazugehörige Comic von Mike Mignola aus dem Hause Dark Horse ist in Deutschland eher weniger bekannt, ist aber eine durchaus willkommene Abwechslung zu den sonst üblichen Schemata.

Als es für die Nazis im Zweiten Weltkrieg klar wird, dass sie den Krieg verlieren werden, beschließen diese mit Hilfe von Rasputin (Karel Roden) ein Tor zur Hölle zu öffnen und sich dort Hilfe für den in so weite Ferne gerückten Endsieg zu holen. Doch die Weltpolizei USA ist natürlich vor Ort und greift ein. Der böse Plan der Nazis wird durchkreuzt, nur ein kleiner roter Dämon ist durch das Tor gelangt. Die Amerikaner nennen ihn Hellboy und nehmen ihn auf. Heute ist der Hellboy die ultimative Allzweckwaffe gegen alles Paranormale und im Einsatz für eine geheime Regierungsorganisation der USA. Und Hellboy (Ron Perlman) ist nicht allein, sein väterlicher Freund ist Professor Broom (John Hurt), seine geheime Liebe die mysteriöse Liz (Selma Blair) und der neue Weggefährte der junge FBI-Mann Agent Myers (Rupert Evans). Mentale Unterstützung erhält er vom Fischwesen Abe Sapien (Doug Jones).

Dazu kommt diese oberpeinliche Story über Nazis, Höllentore und Dämonen.

Hellboy ist eine Action-One-Man-Show und die ideale Spielwiese für Ron Perlman. Er ist charismatisch, cool und hat ständig einen coolen Spruch auf den Lippen. Obendrein sieht er mit seiner dunkelroten Haut, den mysteriösen Brandings, den abgeschliffenen Hörnern und der Riesenpranke einfach extrem cool aus. Der Film ist auch immer dann am stärksten, wenn Ron Perlman die Sau rauslassen darf oder mit seinem Mentor oder seiner Liebe spricht. Und das ist letztlich auch schon das einzig positive, was ich über Hellboy sagen kann. Der Rest ist absoluter Trash aus den Tiefen der Hölle.

Sämtliche anderen Darsteller sind mir einfach total egal, sie sind für den Film unwichtig und ich werde als Zuschauer auch im Unklaren darüber gelassen, warum ich mir Gedanken um ihre Zukunft machen sollte. Dazu kommt diese oberpeinliche Story über Nazis, Höllentore und Dämonen. Diese kann man auch nicht damit rechtfertigen, dass der Film sich selbst nicht ernst nimmt, wie könnte er auch. Die Spezialeffekte sind nicht auf der Höhe der Zeit, das sieht man besonders gut an den Szenen mit Abe Sapien, Liz wenn sie als wandelnde Flamme rum läuft oder den oberpeinlichen Höllenhunden.

Was macht einen guten Comic aus? Neben einem interessanten Helden muss es einen ebenso bösen Gegner geben. In X-Men gab es Magneto, in Spiderman 2 den tragischen Doc Ock. In Hellboy sind dies die Nazis, böser kann es eigentlich kaum werden. Doch Rasputin ist einfach eine peinliche Witzfigur, mit der man schon eher Mitleid hat, als das man sich vor ihr fürchtet. Gleiches gilt für den Nazi-Aufzieh-Rastelli, bei dem man sich vor Lachen den Kopf halten muss. Hellboy hatte eigentlich irre viel Potenzial, dass leider nicht genutzt wurde. Wirklich schade, denn Ron Perlman macht seine Sache super, über den Rest deckt man besser den Mantel des Schweigens.

Fazit: Trashige Comic-Adaption, die außer einem tollen Hauptdarsteller wirklich nichts zu bieten hat.

Rating:

★★★★☆☆☆☆☆☆

2 Kommentare zu “Hellboy

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