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Catwoman

Catwoman

Kein Monat vergeht, ohne dass wir im Kino mit einer neuen Comicverfilmung beglückt werden. Dabei wollte der französische Regisseur Pitof (Vidoq) mit Catwoman dank einer wunderschönen Halle Berry und einem stattlichen Budget von mehr als 100 Millionen Dollar an die großen Erfolge X-Men und Spiderman anknüpfen. Doch glaubt man den bisherigen Zuschauerzahlen und vor allem den amerikanischen Kritikern wurde daraus überhaupt nichts und Catwoman ist auf dem besten Wege als einer der ganz großen Flops dieses Jahres zu enden.

Halle Berry ist Patience Phillips, eine unscheinbare Designerin in einer großen Kosmetikfirma. Als sie eines Tages zufällig mit anhört, welch tragischen Auswirkungen die neue Antifalten-Creme des Unternehmens hat, muss sie dafür sterben. Kurze Zeit später wird sie von einer ägyptischen Katze zurück ins Leben geholt. Sie hat plötzlich übermenschliche Kräfte, stärkere Sinne und eine katzengleiche Beweglichkeit. Davon überrascht plündert sie einen Juwelier aus. Die etwas eigenartige Katzenmama Orphelia (Frances Conroy aus Six Feet Under) bringt Patience aber bei, mit dieser neuen Identität umzugehen. So macht sich Halle Berry auf den Weg, ihre Mörder zur Strecke zu bringen: Die beiden Inhaber der Kosmetikfirma in Form des Ehepaares Hedare (Sharon Stone und Lambert Wilson). Dabei wird Patience vom smarten Polizisten Lone (Benjamin Bratt) verfolgt, der an beiden Identitäten interessiert ist: An Catwoman, um sie hinter Gitter zu bringen und an Patience, weil er sich in sie verliebt hat.

Die Effekte sind leider nicht auf dem neuesten Stand der Technik und wirken teilweise billig.

Catwoman hat leider so viele Macken, dass wir besser mit den wirklich guten Elementen des Films anfangen sollten. Zum einen wäre da Halle Berry, die einfach super in Szene gesetzt wird. Ihre Auftritte als Catwoman sind einfach sexy und zweifelsohne der Höhepunkt des Films. Ebenfalls gut gefallen hat mir Sharon Stone, auch wenn ihre Rolle extrem eindimensional ist, aber das ist ein generelles Problem des Films. Auch wenn es Regisseur Pitof nicht wie in Vidoq gelungen ist, eine innovative Optik einzubauen, so gibt er dem Film doch zumindest zeitweise einen düsteren Look, was ganz gut passt.

Die Schwachpunkte sind dann ebenso zahlreich wie schwerwiegend. Die Story ist extrem flach und man merkt, dass sich hier zu viele Drehbuchschreiber versucht haben. Mir ist außerdem unverständlich, warum man sich so weit abseits der Comicvorlage gehalten hat. Die Effekte sind leider nicht auf dem neuesten Stand der Technik und wirken teilweise billig. Was mir schon bei DareDevil extrem unschön aufgefallen war, sind die extrem schnellen und abgehackt geschnittenen Kämpfe. Es ist teilweise wirklich anstrengend, dem Geschehen auf der Leinwand zu folgen. Ich hätte mir zudem mehr Charaktertiefe gewünscht, wie sie zum Beispiel Spiderman hatte. Wie fühlt es sich an, auf einmal derartige Kräfte zu haben, welchen Einfluss hat dies auf den normalen Alltag und wie wirkt sich das auf die noch in den Anfängen befindliche Beziehung aus? Doch all diese Fragen lässt Catwoman völlig außer Acht oder reißt sie nur leicht an.

Catwoman ist sicher nicht so schlecht, wie in viele Zuschauer und Kritiker machen, aber von einem guten Film ist er weit entfernt. Man hätte sich auf Seiten der Produzenten nicht zu sehr auf die Kurven von Halle Berry verlassen und dafür mehr Wert auf ein gutes Drehbuch legen sollen. Ich bin jedenfalls gespannt, wie sich das auf die Karriere von Halle Berry langfristig auswirkt. Kurzfristig hat es zumindest ihre Geldbörse gefüllt.

Fazit: Nach vielen guten Comic-Umsetzungen war es mal wieder Zeit für eine schlechte. Wer sich an Halle Berry noch nicht satt gesehen hat, hätte zumindest eine gute Entschuldigung, sich den Film anzusehen. Vor allem die Story und die Effekte enttäuschen extrem.

Rating:

★★☆☆☆☆☆☆☆☆