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Butterfly Effect

Butterfly Effect

Die Quintessenz der Chaostheorie besagt, dass die kleinsten Begebenheiten die schlimmsten Konsequenzen haben können. Schon zu Beginn von Butterfly Effect wird diese These unterstrichen. Der Flügelschlag eines Schmetterlings in Asien könnte in einem Tornado auf der anderen Seite der Welt enden. Diese Theorie liegt dem Film zu Grunde und wird durch die Möglichkeit von Zeitreisen ergänzt. Jeder hat sich schon mal gewünscht, in die Vergangenheit zu reisen, und dort einen Fehler auszubügeln. Doch genau solche Änderungen – das wissen wir spätestens seit Zurück in die Zukunft – können verheerende Auswirkungen auf die Zukunft haben. Obendrein ist der Film für Teenie-Star Ashton Kutcher die erste große Bewährungsprobe, denn dieses Mal muss er sich von seiner ernsten Seite zeigen.

Ashton Kutcher spielt den College-Studenten Evan, der immer wieder Blackouts in seinem Leben hat. Dies passiert meist an Stellen, wo es vielleicht auch besser ist, sich nicht daran erinnern zu können. Ein Arzt riet ihm dazu, Tagebuch zu führen, um so vielleicht seinem Erinnerungsvermögen auf die Sprünge zu helfen. Je älter er wird, desto größer wird sein Wissensdurst, was wirklich passiert ist während dieser Blackouts. Als er seine Jugendliebe Kayleigh aufsucht, um sie zu befragen, begeht diese anschließend Selbstmord. Evan holt seine Tagebücher hervor, um dort vielleicht weitere Hinweise zu finden. Dabei bemerkt er, dass er die Gabe hat, wieder zurück zu reisen an die Stellen, wo er seine Blackouts hat. Er kann Änderungen in der Vergangenheit vornehmen, um damit die Zukunft zu ändern. Da es aktuell weder ihm noch seinen Freunden wirklich gut geht, versucht er die Zukunft zu verbessern, doch bei jedem Eingriff in die Vergangenheit, wird alles nur noch schlimmer.

Aber wo viel Licht ist, bleibt letztlich auch genug Platz für Schatten.

Die größte Sorge bei diesem Film war für mich, ob es Ashton Kutcher gelingen kann, sich von seinem Dude-Image zu verabschieden und diese ernste Rolle glaubhaft zu spielen, denn mittlerweile steckte er ja schon relativ tief in dieser Schublade. Aber er macht seine Sache wirklich gut und für ihn könnte Butterfly Effect einen Karriereschub bedeuten. Auch die anderen Darsteller an seiner Seite überzeugen auf der ganzen Linie. So zum Beispiel Amy Smart als Kayleigh oder Eric Stoltz als pädophiler Vater. Für die Schauspieler ist Butterfly Effect auch ein sehr interessanter Stoff, haben sie doch ausreichend Gelegenheit dazu, das gesamte Emotionsspektrum auf der Leinwand zu durchleben.

Zeitreisen haben mich von jeher sehr interessiert und so hatte ich mich sehr auf den Film gefreut, da mich der Trailer schon überzeugt hatte. Zudem kennt jeder den Gedanken, seine Gegenwart zu ändern, im dem man in der Vergangenheit einen Fehler ausbügelt und genau das macht Butterfly Effect so interessant. Das Schicksal der Hauptfiguren ändert sich mit jedem Eingriff massiv und lässt einen wirklich teilweise mit offenem Mund mitfiebern. Sie erleben ein Wechselbad der Gefühle. So rettet Evan in der Vergangenheit eine Frau mit Baby vor einem Sprengsatz, verliert aber dadurch selbst in der nun geänderten Zukunft beide Arme.

Aber wo viel Licht ist, bleibt letztlich auch genug Platz für Schatten. Wie bei den meisten Filmen mit Zeitreisen fällt auch hier eine gewisse Unlogik auf. Trotz teilweiser massiver Eingriffe scheinen sich die Änderungen immer nur auf die unmittelbar beteiligten Personen auszuwirken. Ein klarer Widerspruch zur zugrunde liegenden Chaostheorie. Wenn man es mal auf die Logik des Films reduziert ist es auch extrem merkwürdig, dass Evan sich an sämtliche wieder rückgängig gemachten Realitäten erinnern kann. Er dürfte sich normal nicht daran erinnern, wenn er etwas ungeschehen macht, da es laut Logik des Films ja nie passiert ist. Zum Ende wurde es mir dann auch zu viel mit der Springerei. Ich hätte mir hier weniger Sprünge gewünscht, die dafür etwas besser ausgearbeitet gewesen wären.

Für Eric Bress und J. Mackye Gruber war Butterfly Effect der Regie-Erstling, zuvor hatten sie erste Erfahrung mit einer leicht ähnlichen Thematik beim Mitwirken an Story und Drehbuch von Final Destination 2 sammeln können. Insofern eine klare Steigerung für die beiden. Ich bin schon auf das nächste Werk des Duos gespannt. Für mich bleiben die teils verheerenden Kritiken in den USA (beim Publikum kam er durchaus gut an) allerdings ein Rätsel.

Fazit: Spannender und wandlungsreicher Zeitreise-Thriller mit einigen logischen Patzern und überzeugenden Darstellern. Und dabei schließe ich Ashton Kutcher explizit mit ein.

Rating:

★★★★★★★☆☆☆

Ein Kommentar zu “Butterfly Effect

  1. also: jemand, der Ashton Kutcher einen überzeugenden Darsteller nennt, kann keine brauchbaren kritiken liefern! sorry – aber meiner meinung nach ist der Ashton ein hundsmieserabler schauspieler – und das wird in diesem film mehr als deutlich gezeigt!!
    bussi

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