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Ladykillers

Ladykillers

Die Gebrüder Coen bewiesen bisher in ihrer Laufbahn immer wieder Sinn für etwas schräge Komödien, umso erstaunter waren die Fans, als sich die beiden an einem Remake der Kriminalkomödie Ladykillers aus dem Jahre 1955 wagen wollten. Damals gaben unter anderem Sir Alec Guiness und Peter Sellers den Film das gewisse Etwas. Für die Hauptrolle der Neuauflage verpflichtete man das Hollywood-Zugpferd Tom Hanks und auch für die Nebenrollen fand man einige interessante Charaktere. Trotzdem hatte ich eher zurückhaltende Erwartungen, der Trailer war zwar recht viel versprechend, doch die letzten Werke der Brüder Ethan und Joel Coen konnten mich eher weniger begeistern.

Zur Story. Professor Goldthwait Higginson Dorr gibt gerne vor, ein ehrbarer Gentleman und Philosoph zu sein, doch insgeheim ist er ein cleverer Gauner, der den ganz großen Coup landen will. Er plant das perfekte Verbrechen: Ein Casino auszurauben, ohne eine Spur zu hinterlassen. Unterstützt wird er dabei von einer Vielzahl skurriler Typen, wie dem Sprengstoffexperten mit Kurzdarmsyndrom und der sehr merkwürdigen Freundin Mountain Girl, dem dauer-quasselnden schwarzen Gangster, der schweigsamen Vietnam-Tunnelratte und dem strunzdoofen aber dafür sehr kräftigen Footballtrottel. Ausgangspunkt für den Coup ist der Keller eines kleinen Hauses, das von einer reizenden alten Frau bewohnt wird. Diese kommt den Halunken auf die Schliche und es bleibt nur eine Option: Die Frau muss ausgeschaltet werden. Dies gestaltet sich dann aber deutlich schwerer als zunächst angenommen.

Der größte Schwachpunkt von Ladykillers zieht sich leider wie ein roter Faden durch den Film, den Anfang und das Ende vielleicht mal ausgelassen.

Der größte Schwachpunkt von Ladykillers zieht sich leider wie ein roter Faden durch den Film, den Anfang und das Ende vielleicht mal ausgelassen. Es tummeln sich so viele total unterschiedliche Charaktere in dem Film und dieses riesige Gag-Potenzial bleibt über weite Strecken leider ungenutzt. Zu oft erhält Tom Hanks die Zeit dafür, eine seiner endlosen Monologe abzuhalten, die dem Film eher schaden als nützen. Witzige Dialoge kommen leider viel zu selten vor. Die besten Stellen sind dann auch der witzige Anfang, wo sich das Team zusammen findet und die Charaktere eingeführt werden sowie das bitterböse Ende, das dann aber auch zu schnell abgespult wird.

Tom Hanks zeigt sich wieder einmal sehr wandlungsfähig, ich sehe ihn einfach immer noch gern und werde ihm die vielen Monologe nicht übel nehmen. Der geheime Star des Films ist sowieso J.K. Simmons, der nach dem gemeinen Verleger in Spiderman 2, hier den leicht inkompetenten Sprengmeister mimt. Insgesamt wirken aber alle Charaktere unecht und zu bemüht. Man merkt es den Schauspielern an, dass sie unbedingt versuchen witzig zu sein und eben dieser krampfhafte Versuch nimmt dann jeglichen Witz. Ein Lächeln ins Gesicht konnte mir dann immer Irma P. Hall zaubern, die als bibeltreue Hausherrin Mister Hanks immer wieder resolut in die Parade fährt.

Aber ich will nicht nur meckern, die Coen-Brüder lassen durchaus zwischendurch immer wieder ihr Können zeigen. Zum Beispiel bei der Vorstellung des Football-Tölpels, bei der man das Geschehen aus der Helmkamera beobachtet. Auch der Look des Films weiß zu gefallen, die Handlung wurde gegenüber dem Original von London in den Süden der USA verlegt. So kommt ein Hauch von O Brother, Where Art Thou? auf die Leinwand.

Fazit: Aalglatte Inszenierung, die – Anfang und Ende mal ausgenommen – so vor sich hin plätschert und viel zu viele Längen aufweist. Wer sich für den Stoff interessiert, sollte sich lieber das Original anschauen, wenn man auf Tom Hanks denn verzichten kann.

Rating:

★★★★★☆☆☆☆☆

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