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I, Robot

I, Robot

Schon seit etwas einem halben Jahr laufen Trailer für den diesjährigen Sommer-Blockbuster I, Robot, der auch viele interessante Zutaten in sich hat, die auf ein cooles Kinovergnügen hoffen lassen. Eine Sciene-Fiction-Story basierend auf einer Kurzgeschichte von Isaac Asimov, den visionären Regisseur Alex Proyas (Dark City) und nicht zuletzt Will Smith (Bad Boys, Men in Black). Ich war also gespannt, ob diese Rechnung aufgehen kann, oder doch nur ein seelenloses Hollywood-Großprojekt daraus geworden ist. Umgehauen hat mich der Film dann auch nicht, aber doch sehr, sehr gut unterhalten. Warum dies so ist, werde ich nun verraten.

Chicago im Jahr 2035. Roboter helfen überall, sei es in der Öffentlichkeit oder bei den Hausarbeiten. Sie sind zuverlässig, hilfsbereit und werden zunehmend immer menschlicher. Hauptlieferant und damit wichtigste Firma der Stadt ist U.S. Robotics, die mit der neuen Serie NS5 ein echtes Schmückstück im Programm haben. Eine friedliche Koexistenz zwischen Mensch und Maschine wird durch die drei Gesetzt der Robotik gewährleistet. Eines Tages liegt in der Empfangshalle von US Robotics ein leitender Wissenschaftler, der ermordet wurde. Hauptverdächtiger im Mordfall ist ein Roboter, doch dies kann nicht sein, denn noch nie gab es einen Verstoß gegen die elementaren drei Gesetze. Zeit für Detective Del Spooner (Smith) die Ermittlungen aufzunehmen.

In der Schule werden solche Leute immer extrem gehänselt und haben meist strenge Frisuren und wenig Freunde.

Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob der Verleih sich damit einen Gefallen getan hat, darauf hinzuweisen, dass eine Geschichte von Isaac Asimov dem Film zu Grund legt. Viele erwarteten dann auch eher mehr vom Konflikt zwischen Mensch und Maschine in der Zukunft zu sehen, doch hier wird man bitter enttäuscht. Man nahm die drei bekannten Gesetze als Grundaufhänger und beginnt dann mit dem üblichen Blockbuster-Schema aus der Rubrik “Krimi”, der dann noch steriler wirkt als Minority Report. Ich will das auch nicht unbedingt als schlecht bewerten, jedoch hätte die eigentliche Story eine bessere Verfilmung verdient als mit einem Actionfilm. Zumal das Ganze noch stark umgeschrieben wurde, als Will Smith die Hauptrolle übernahm.

Will Smith ist ein cooler Typ und ich sehe ihn durchaus gerne, jedoch tat man ihm keinen Gefallen hier einen von Gewissensbissen zerfressenen und leicht depressiven Charakter zu spielen. Denn Will ist genau dann am stärksten, wenn er eben den coolen, schwarzen Typen spielt, der anderen in den Arsch tritt. An seiner Seite setzt Bridget Moynahan (Der Anschlag) zumindest bildhübsche Akzente. Insgesamt aber ein nervender Charakter, der eigentlich auf Seiten der Roboter steht, auf alles eine schlaue Antwort weiß, jede Tür aufbekommt und vermutlich auch Krebs heilen könnte. In der Schule werden solche Leute immer extrem gehänselt und haben meist strenge Frisuren und wenig Freunde. Wie schon in Herr der Ringe ist es dann auch der CGI-Charakter, der am meisten fasziniert, hier in Form des Roboters Sonny, der beginnt Gefühle zu entwickeln. Spärliche Mimik und eine einprägsame Stimme haben mir hier besonders gut gefallen.

Herausragend ist der gesamte Look des Films, Alex Proyas hatte ja schon in Dark City bewiesen, dass er dafür ein Händchen hat. Neben gigantischen, glatten Technologie-Wolkenkratzern stehen auch hundert Jahre alte, zerfallene Häuser und so entsteht ein glaubwürdiges Großstadtbild. Auch sonst wirkt alles halbwegs real bzw. möglich und nicht total abgehoben. Im krassen Gegensatz dazu steht das zahlreich eingesetzte und noch viel mehr nervende Product-Placement, dass es zwar in vielen Filmen gibt, hier aber extrem ins Auge fällt. Einige Gags fallen wieder der Synchronisation zum Opfer, wie zum Beispiel die aus dem Trailer bekannt Unterhaltung um die Doppeldeutigkeit des englischen Wortes “sugar” (Zucker und Schätzchen).

Dankbar bin ich dafür, dass uns eine unsägliche Romanze zwischen Det. Spooner und der Wissenschaftlerin erspart geblieben ist, ein Happyend ist wohl in Hollywood kaum vermeidbar, aber nach dem großen Showdown auch in Ordnung.

Fazit: Cooler Sommer-Actionfilm mit tollem Look und reichlich Action. Wer mit dieser Einstellung in den Film geht, wird auch nicht enttäuscht.

Rating:

★★★★★★★☆☆☆

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