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Super Size Me

Super Size Me

Dokumentationen sind spätestens seit Michael Moore absolut in und laufen nicht mehr nur in den kleinen Programm-Kinos sondern auch in den großen, sonst von Blockbustern belegten, Multiplex-Kinos. Dabei sind die Themen durchaus vielfältig und offenbar erreichen die Macher auch etwas mit ihren Botschaften. In Super Size Me ist der schier übermächtige Gegner die amerikanische Fast-Food-Industrie, vertreten durch den Marktführer McDonalds. Als David geht Edward Spurlock in den Ring mit einem Selbstversuch, der bis an die Grenzen der Gesundheit geht.

Edward Spurlock versucht in seiner Dokumentation der Ursache auf den Grund zu gehen, warum die Bürger Amerikas zunehmend an Übergewicht und Fettsucht leiden. Als einen der Hauptschuldigen macht Spurlock die Fast-Food-Industrie inklusive deren Lobbyisten dafür verantwortlich. Spurlock konzentriert sich hauptsächlich auf den Marktführer McDonalds als Stellvertreter für die gesamte Industrie. Die Buletten-Brater mit dem goldenen M berufen sich darauf, dass deren Essen gesund und nahrhaft und nicht dafür verantwortlich sei, dass es mit der Gesundheit in den USA nicht mehr zum Besten steht. Spurlock unternimmt einen Selbstversuch, bei dem er sich 30 Tage ausschließlich von Produkten der Burger-Kette ernähren muss, um das Gegenteil zu beweisen. Die Spielregeln sind, dass er nichts zu sich nehmen darf, was nicht auf dem Speiseplan der Frittier-Meister steht. Wird er gefragt, ob er ein Super-Size-Menü möchte, muss er dieses nehmen. Dies bedeutet ein Liter Cola und eine Riesen-Portion Pommes. So schaufelt er 30 Tage lang unter ärztlicher Beobachtung den ganzen Tag BigMcs, Hamburger und Cola in sich rein.

Im Laufe des Experimentes nimmt Spurlock knapp 25 Pfund zu, seine Blutwerte verschlechtern sich dramatisch und seine Leber verfettet sich. Die Ärzte, die ihn schon vorab untersuchten, raten zur vorzeitigen Aufgabe seiner McAttack. Er beginnt psychisch abhängig zu werden und fühlt sich allgemein unwohl und klagt immer öfter über Schmerzen und Unwohlsein. Seine Partnerin – eine überzeugte Veganerin – beklagt das schlechter werdende Sexleben und ist ebenfalls sehr besorgt über die gesundheitliche Verschlechterung. Soweit nichts neues, niemand hat wirklich Zweifel daran, dass eine derartig einseitige Ernährung drastische Folgen hat.

Was Spurlock an Qualität zu Michael Moore noch fehlt ist das Gespür, den Finger in die offene Wunde zu legen.

Interessanter wird es dann, wenn Spurlock tiefer blickt und versucht Zusammenhänge zu erkennen. Wie es bei Kindern schon anfängt, die entsprechende geprägt werden durch Werbung und falsche Vorbilder. Schon in den Schulen wird größtenteils eine falsche Ernährung gereicht, die zudem nicht mal aus Kostengründen gerechtfertigt werden kann. Die Kosten für das Gesundheitssystem sind enorm, dennoch hat die Industrie die Politiker unter Kontrolle. Es wird einfach zu viel Geld diesem Bereich verdient. Personen der Zeitgeschichte und Fragen aus dem Bereich der Allgemeinbildung können nicht beantwortet werden, Ronald McDonald und den BigMc-Song kennen jedoch alle im Schlaf. Viele Experten und auch normale Bürger kommen zu Wort, die interessantes zum Thema beizutragen haben.

Was Spurlock an Qualität zu Michael Moore noch fehlt ist das Gespür, den Finger in die offene Wunde zu legen. Die richtigen Fragen an die richtigen Personen zu richten und damit die eigenen Aussagen zu verstärken. Dazu gehören auch Suggestivfragen und auch die eine oder andere Behauptung, die zwar die eigene These untermauert, aber nicht unbedingt belegbar ist. Sein Humor kann aber mit dem sympathischen Oscar-Gewinner durchaus mithalten. Leider hat er einige wirklich interessante Aspekte nur kurz angerissen oder komplett unberücksichtigt gelassen. Er zeigt auf, dass es zahlreiche regionale Unterschiede gibt, versäumt aber der Frage nachzugehen, warum dies so ist. Auch die Frage nach dem Warum kann er nicht zufrieden stellend klären, denn die Werbung als Ursache hinzustellen ist zu simpel und da macht es sich Spurlock zu leicht.

Fazit: Unterhaltsame Dokumentation, die nicht ganz an die Qualität eines Michael Moore heran kommt. Teilweise etwas holprig und nachlässig in der Argumentation schafft es Spurlock humorvoll auf ein ernstes Thema hinzuweisen.

Rating:

★★★★★★★☆☆☆

Ein Kommentar zu “Super Size Me

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