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(T)Raumschiff Surprise: Periode 1

Traumschiff Surprise - Periode 1

Ich habe versagt. Ich wollte eigentlich einen großen Bogen um (T)Raumschiff Surprise machen, einfach weil das Ganze so dermaßen in die Öffentlichkeit gedrängt wird und weil mir das beim Schuh des Manitu bereits gelungen war. Aber nun saß ich doch am Starttag im extrem vollen Kino und wartet auf die Dinge, die da kommen sollten und ich schob alle Vorurteile bei Seite. Bully Herbig wurden mit seinem Kino-Erstling, der ja bekanntlich ein Megaerfolg wurde, viele Tore geöffnet. So gab man ihm für eine Fortsetzung sehr viele Freiheiten und noch viel Mehr Geld an die Hand. Über die Story konnten die Fans von Bully selbst abstimmen und sie entschieden sich für das Tucken-Trio des Traumschiffes.

Die Besatzung des Traumschiffes ist gerade bei den Fitness-Voerbereitungen zur “MissWaikiki”-Wahl als ein Notruf von der Erde eintrifft. Als es nicht anders geht macht sich das komische Trio Käpt’n Kork (Christian Tramitz), Mr. Spuck (Bully Herbig) und Schrotty (Rick Kavanian) widerwillig mit einem Space-Taxi auf den Weg zur Erde. Die einzige Möglichkeit den Heimatplaneten zu retten liegt darin, mit einer experimentellen Zeitmaschine in die Vergangenheit zu reisen. Das dabei einiges schief geht ist ebenso wenig überraschend wie vorhersehbar. So macht sich die Traumschiff-Crew gemeinsam mit Königin Metapha (Anja Kling) und Taxifahrer Rock (Till Schweiger) auf den Weg, um die Erde vor den bösen Marsianern zu retten. Daran hindern soll sie der Oberschurke Jens Maul (Rick Kavanian).

Egal wie schlecht der Film geworden wäre, es wäre trotzdem ein Megahit gewesen.

Bully liefert mit dem Traumschiff eine solide Science-Fiction-Parodie im Stile eines Mel Brooks ab. Es wird alles durch den Kakao gezogen, was in Hollywood lieb und teuer ist. Vom Fünften Element über Matrix bis hin zu den ganz großen Star Trek und Star Wars. Dabei verlässt sich Bully nicht auf sein Gag-Talent, sondern hat er es mit einem entsprechend großen Budget geschafft, absolut überzeugende Spezial-Effekte einzubauen. So kommt gleich zu Beginn beim Angriff der Marsianer Star-Wars-Feeling auf. Dies in Verbindung mit dem teils trashigen Humor gibt eine gute Mischung ab. Außerdem versteht es Bully das Ganze sehr schön Hollywood-like in Szene zu setzen. Dies fängt beim Schnitt an und endet beim gezielten Einbau des Soundtracks.

Von der Leistung der Darsteller war ich teilweise schon überrascht. Dabei enttäuschten mich die eigentlich Profis und die vermeintlichen Laien konnten punkten. Bully tut einem am Ende wirklich Leid und Till Schweiger kann ich auch nach diesem Film als Schauspieler schlicht nicht ernst nehmen. Er ist einfach die deutsche Antwort auf Sylvester Stallone, dem hat ja in seinem Leben auch ein Gesichtsausdruck gereicht. Insgesamt leidet der Film aber daran, dass es sich mehr um eine Sketch-Sammlung hält, die von einer seichten Story mehr schlecht als recht zusammen gehalten wird. Einige Gags kommen viel zu platt rüber und einige segeln einen guten halben Meter unter Grasnarbe auf den Zuschauer zu. Über Gags Marke “wir dürfen den Sand nicht in den Kopf stecken” kann eben niemand lachen. Sehr schön dafür die vielen kleinen Gags, die man im Hintergrund erkennen kann und die man nur zu leicht übersieht. Meiner Meinung nach hätte man sich die ganze Zeitreise-Problematik auch schenken können, denn das letzte Drittel wirkt so, als wäre zu wenig Geld da gewesen, um die vorher gebotene Qualität halten zu können.

Eines muss man Bully allerdings lassen. Egal wie schlecht der Film geworden wäre, es wäre trotzdem ein Megahit gewesen. Das Ganze liegt an einem PR- und Marketingfeuerwerk, das es so für eine deutsche Produktion noch nicht gegeben hat. Die Dreharbeiten wurden vor einem Jahr beendet und seit dem gibt es die volle Breitseite: Kinotrailer, TV- und Radio-Specials, Dokumentationen, Computerspiel, McDonalds-Produkte. Es ist im Moment schlicht unmöglich, nicht auf den Film aufmerksam zu werden. Und daher werden sich deutlich mehr Leute den Film anschauen, als er es qualitativ verdient hätte.

Fazit: Solide Komödie, die deutlich überbewertet ist. Neben einigen gelungenen Gags gibt es viel plattes und unlustiges und obendrein auch zu viel Leerlauf.

Rating:

★★★★★★☆☆☆☆

4 Kommentare zu “(T)Raumschiff Surprise: Periode 1

  1. Liebe Leute seht das alles doch net so verbissen!!!!Ich hätt` aber ne Frage hat jemand von euch das Spiel vom Film???Ich ja und ich weiß net wie ich den Schraubenschlüsssel aus diesem Gulliloch rausbekomme könnt mir da wär nen Tip!!!Danke für eure Hilfe!!!
    Mit den Freundlichsten Grüßen Ich….!!!!

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