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Die Frauen von Stepford (The Stepford Wives)

Die Witwen von Stepford - The Stepford Wives

Viele haben vielleicht davon gehört, aber nur die wenigstens kennen das Original aus den 70er Jahren. Damals wurde die Story eher in die Horror-Ecke verfrachtet, aktuell schlug Regiesseur Frank Oz (Bowfingers große Nummer) mit Die Frauen von Stepford die Richtung zur schwarzen Komödie ein. Eigentlich hätte der Film auch richtig gut werden können: Top-Schauspieler, eine Geschichte mit einer bösen Überraschung und teilweise mit der richtigen Portion Humor. Warum es dennoch nicht klappte mit dem großen Wurf? Das liegt daran, dass sich die Frauen von Stepford ähnlich verhält wie ein Versuch von mir, sich mit einer Frau zu verabreden. Man steckt am Anfang viel Energie und Esprit in den Start, gibt sich über weite Strecken große Mühe und das Ganze endet dann doch mit einem großen Desaster.

Die erfolgsverwöhnte Joanna (Nicole Kidman) verliert ihre Vizepräsidenten-Stelle bei einem großen TV-Network und durchlebt eine schwere Krise. Ihr devoter Mann Walter (Mathew Broderick) schnappt sich daraufhin Frau und Kinder und siedelt um in das idyllische, geradezu paradiesische Stepford, wo alles noch so wunderbar schön (zumindest aus Männersicht) wie in den 50er Jahren zu sein scheint. Joanna beginnt sich zu erholen und mutiert ihrem Mann zuliebe immer mehr zur Hausfrau, während sich Walter immer mehr zum “Stepford Men’s Club” abkapselt. An der Seite von Joana haben der Quotenschwule Roger und die rebellische Feministin Bobbie gelegentlich Gags beizusteuern. Bald merkt Joanna, das etwas faul ist in Stepford: Alle Frauen sind leicht unterbelichtete Blondinen, die als willige Hausfrauen dahin vegetieren. Das Kommando hat das Ehepaar Wellington (Glenn Close und Christopher Walken). Stepford hat ein Geheimnis und der “Men’s Club” scheint darin verwickelt zu sein.

Warum schließt sich Walter überhaupt den anderen Weicheiern an und ich hätte auch gerne gesehen, wie die Ehe der beiden ständig tiefere Risse bekommt.

Eigentlich wäre eine Spoiler-Warnung angebracht, aber bereits in der TV-Werbung springt einem das Stepford-Geheimnis geradezu mit nacktem Arsch ins Gesicht. Die Frauen sind ausgetauscht worden gegen Roboter, die willenlos dem Wunsch der Männer gehorchen. Und hier findet sich auch die Krux des Films. Die Story wurde mehrfach umgeschrieben und so treten verheerende logische Schnitzer auf. Nach Testvorführungen wurde entschlossen, statt Robotern Neuro-Chips in die Story und die Frauen einzubauen. Das heißt die Frauen sind aus Fleisch und Blut, haben nur einen Chip im Kopf. Dumm nur, dass bereits einige Szenen im Kasten waren, die noch auf die Roboter-These aufbauen.

Nicole Kidman bemüht sich über weite Strecken die verzweifelte und nach dem Rätsel suchende Frau zu mimen, erscheint aber zuweilen hyperaktiv. Matthew Broderick bleibt wie gewohnt absolut blass, wenn ich ihn sehe muss ich immer noch an Wargames denken, ich kann ihm einfach keine anderen Rollen abnehmen, er wird für mich immer dieser kleine Hacker bleiben. Lichtblicke sind Glenn Close als perfekte Hausfrau und Bette Midler als liberale Feministin. Christopher Walken spielt seinen Part souverän runter. Ich hätte mir gewünscht, dass man etwas mehr weg geht von der Komik und stattdessen mehr auf die einzelnen Charaktere eingeht. Warum schließt sich Walter überhaupt den anderen Weicheiern an und ich hätte auch gerne gesehen, wie die Ehe der beiden ständig tiefere Risse bekommt. So wirkt einfach alles ein wenig an den Haaren herbeigezogen und wie Stückwerk. So wird über mehr als eine Stunde ein Kartenhaus aufgebaut, welches dann in sehr kurzer Zeit brutal eingerissen wird.

Fazit: Teilweise komisch, am Anfang und bis zur Mitte auch durchaus unterhaltend aber ein katastrophales Ende vermiest den Kinoabend.

Rating:

★★★★★☆☆☆☆☆

2 Kommentare zu “Die Frauen von Stepford (The Stepford Wives)

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