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Can’t get it out of my head

Angst ist ein beklemmendes Gefühl, das sehr vielschichtig und in vielen verschiedenen Formen vorkommen kann. Im Moment mache ich mir Sorgen um meine Gesundheit. Wenn man mit einer chronischen Krankheit gesegnet ist, die immer wieder kommen kann, dann macht man sich unweigerlich Sorgen, wenn einem der Körper eindeutige Signale gibt. Da ein Körper nicht wie ein technisches Gerät funktioniert, bei dem man schnell eine eindeutige Diagnose stellen kann, muss man sich leider allzu oft nur Mutmaßungen hingeben.

Da ich das schon einige Jahre habe kenne ich meinen Körper natürlich recht gut, aber offensichtlich nicht gut genug, um mir sicher zu sein, was mit mir los ist. Und genau das macht mir eben Angst. Ich befinde mich in Behandlung und sowohl mein Arzt als auch ich sind ziemlich sicher mit unserer Diagnose. Eigentlich nichts wirklich schlimmes, insbesondere da es früh genug erkannt wurde und man dagegen vorgehen kann, ohne das es überhaupt richtig unangenehm werden muss.

Trotzdem kommt unweigerlich diese Angst, dass es eventuell doch wieder etwas anderes ist. Etwas von dem man denkt, dass man davor eigentlich so lange weggelaufen ist und es einen unmöglich doch schon wieder eingeholt haben kann. Schon komisch, je länger man sich gesund vorkommt, desto eher verdrängt man die Tatsache, dass man eigentlich doch eine sehr unangenehme, schwer vorhersehbare Krankheit hat, die einem in einen sehr kurzen Zeitrahmen komplett umwerfen kann.

Aber ich möchte gerne mal so Tschüss sagen, nämlich ohne Tschüss zu sagen.

Ich habe rückblickend auf die letzten sieben Jahre wirklich einige Krisen durchmachen müssen, doch nach allen habe ich die Füße wieder auf die Erde bekommen und neue Kraft schöpfen können. Ich finde es erstaunlich, wie schnell man wieder auf den Beinen sein kann und wie viel ein ganz normaler Körper wegstecken und vertragen kann. Dabei ging es sicher vielen, vielen Menschen deutlich schlechter. Was aber immer bleibt ist Angst. Nicht unbedingt vor der Tatsache, dass man eines Morgens nicht mehr aufwacht, sondern davor, dass man elendige Qualen durchleidet.

Wenn ich lese, dass eine Inge Meysel mit einem stattlichen Alter von 94 Jahren einfach mit einem Lächeln im Gesicht stirbt ohne lange krank vor sich hinzuvegetieren, dann kann man darauf eigentlich nur neidisch sein. Ich möchte und werde sicher keine 94 Jahre alt werden. Aber ich möchte gerne mal so Tschüss sagen, nämlich ohne Tschüss zu sagen. Ohne zu wissen, wann und wie es zu Ende ist. Wenn mir das jemand versprechen könnte, hätte ich keine Angst mehr. Aber man kann nicht alles haben. Und so werde ich mit dieser Angst leben müssen…

Große Angst habe ich das alles nicht zu schaffen
mir schwirren 1000 Gedanken durch den Kopf.
Weiß nicht wie es weiter gehen soll
immer nur stark sein geht nicht,
auch ich hab meine Schwachstellen
zurzeit ist das mein Körper
der auf alles jegliche reagiert.
Nehme die Alarmzeichen wahr
schreibe mir vieles von der Seele
doch wirklich befreiend ist es nicht.
Wann endlich wird es sein wie einst
als ich noch glücklich ohne Schmerzen war?

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