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Der Terror am Morgen

Ich hatte kürzlich einen neuen Monitor bestellt, der gestern das Auslieferungslager verlassen hatte. Meine Hoffnung war natürlich, dass dieser möglichst schnell ankommen solle. Dass es dann aber so schnell und früh wird, hatte ich nicht erwartet. Um ca. 7.30 Uhr riss mich ein lautes Schellen aus meinen nicht jugendfreien Träumen. Der Wecker bekam einen Schlag und flog vom Nachschrank und ich drehte mich um. Quittiert wurde es mit einem weiteren Klingeln und mir war klar, dass ich den Wecker ganz umsonst geschlagen hatte, der konnte da gar nichts für. „Es muss die Tür sein“ schoss es mir durch den Kopf. Als ich gerade den Entschluss gefasst hatte, zu warten bis jemand anders die Tür öffnet, fiel mir ein, dass ich heute allein war und es ja mein Monitor sein könnte. Schon sprang ich auf und spähte am Rollo vorbei. Da stand definitv ein DHL-Fahrzeug, es konnte nur für mich sein. Ich hechtete grazil in ein paar Klamotten und zog den Pullover verkehrt herum an, gemerkt habe ich das natürlich erst später – konnte zu diesem Zeitpunkt sowieso kaum sehen. An der Tür, ich hatte die Augen immer noch nicht richtig offen, stand mir eine Art Sachsen-Paule gegenüber, der in irgendeiner fremdklingenden Sprache zu mir sprach. Als ich auch nach dem zweiten Nachfragen kein Wort verstand raunte ich ein „jaja“.

Der Wecker bekam einen Schlag und flog vom Nachschrank und ich drehte mich um.

Als er hinter seinem Wagen nicht wieder auftauchte, kam es mir in den Sinn, dass es vielleicht bedeuten konnte, dass ich anfassen soll und er das vielleicht gesagt hatte. Ich eilte zur Hilfe, wie der holde Prinz der zu rettenden Jungfrau und griff dem Typen unter die Arme. Und das auch noch vor dem Frühstück und vor allem vor dem Wachwerden. Anstatt mir jetzt eine Belohung zu geben, wollte er noch etwas von mir, gottlob nur eine Unterschrift, die bekam ich auch schlaftrunken noch hin. Danach nahm er die Beine in die Hand, verließ fluchtartig die Wohnung und verließ mit quietschenden Reifen das Gelände. Ich schaute kurz, ob er mir eventl. meine Geldbörse geklaut hatte. Dem war nicht so, er war offensichtlich nur froh, dass ich die doofe Palette unter dem Karton nicht gesehen hatte und diese jetzt hier habe. Ich ging danach noch eine Runde schlafen. Der Monitor läuft und ich habe eine kleine Palette in gute Hände abzugeben. Ich will euch ja an meinem neuen Glück teilhaben lassen. Interessenten melden sich bitte bei mir. Falls sich niemand meldet, stapel ich darauf AOL-CDs und bringe die meinem Kumpel Sharbe vorbei 🙂

Ein Kommentar zu “Der Terror am Morgen

  1. 😀 ROFL! Ich werd in den letzten Tagen auch immer so unpassend ausm Schlaf gerissen. Kann das nachfühlen…hehe

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