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Das Unwort „nett“

Mir ist heute aufgefallen, wie gemein das Wort „nett“ doch ist. Per Definition und in der Theorie ist es ja durchaus ein positives Wort. In der täglichen Praxis hat es 34.257 Bedeutungen, aber nur die wenigsten davon sind auch nur ansatzweise positiv. Ein paar Beispiele:

Deine Frau hatte eine Betriebsfeier und du fragst am Tag danach wie es war. Sie antwortet mit „nett“. Du kannst davon ausgehen, dass sie voll wie ein Ozelot war, schlecht gesungen und den Abteilungsleiter Einkauf gepoppt hat. Sie will dir das aber aus Rücksichtnahme nicht sagen.

Ein Bekannter kocht, das Essen war kaum zu ertragen. Er ist aber so ein netter Kerl und sehr sensibel, daher sagst du natürlich, dass es „nett geschmeckt“ habe. Eigentlich wolltest du aber sagen, dass es selbst in Edes Bahnhofs-Klause besseres Essen gibt und du sicher drei Tage Durchfall haben wirst.

Deine Angebetete hat eine neue Hose und sie fragt, wie sie darin aussieht. Eigentlich willst du sagen, dass sie darin einen Arsch wie ein Brauereipferd hat. Da du aber die Nacht nicht allein verbringen willst ringst du dich zu einem unverfänglichen „nett“ durch.

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Wenn ich auf eine Frage „nett“ als Antwort bekomme, fange ich an zu grübeln, was man mir eigentlich versucht zu sagen. Noch schlimmer ist natürlich von einer Frau gesagt zu bekommen, dass man nett ist. Für die Beschimpfung sollte man ihr am Besten ins Gesicht spucken oder wahlweise in den Arsch treten. Sie meint damit eigentlich nur „Ich würde dir sagen, wenn mein Alter mit mir Schluss macht, aber ficken tue ich wen anders!“ Ich bitte darum, dass Wort „nett“ in meiner Gegenwart vorsichtig zu gebrauchen.

5 Kommentare zu “Das Unwort „nett“

  1. Oder Ali .. der ist auch „nett“ weil er das geklaute Fahrrad gegen ein Auto eintauschen würde und sogar noch die Klingel repariert hat !

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