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Autofahren macht Spaß, IKEA sowieso

Mir ist heute wieder klar geworden, dass ich ein wirklich guter Autofahrer bin. Eigentlich ist es sogar so, dass wirklich jeder schlechter fährt als ich. Diese Erkenntnis schrie mich quasi an, als ich auf dem Weg zu IKEA war. Denn dort bekommt man, so eine Kollegin, ohne Zweifel das richtige Regal. Der Laden war noch nicht mal in Sichtweite als mein Puls schon bei 250 angekommen war. Wozu lese ich eigentlich dieses Buch über Buddhismus? Von Ruhe und Gelassenheit bin ich jedenfalls noch so weit entfernt wie von meinem Idealgewicht. Als ich mich also glorreich als weltbester Autofahrer feierte und kurz davor war, geistig auf diese Tatsache zu masturbieren, fiel mir auf, dass ich die richtige Abfahrt verpasst hatte. Nach einer eleganten Wendung und 15 Minuten Autobahnfahrt war ich dann endlich angekommen.

So blieb nur noch eine Hürde: Die Teppich-Ratten, Gebär-Maschinen und Renntiere im Kassenbereich.

Hat eigentlich im Moment jeder Urlaub oder warum war das da so voll? Ich kaufe ja wirklich gerne ein. Das dachten auch sicher die vielen anderen Leute da. Ja aber warum kaufen sie dann nicht? Manchmal komme ich mir in so einem Laden so vor, als wenn ich eine Peepshow besuche. Links und rechts des Ganges befindet sich gähnende Leere, nur der eigentliche Weg steht wie immer voll vor lauter Gaffern. Aber meine Kollegin hatte Recht, ich fand wenigstens das richtige Regal. Also kämpfte ich mich wie ein guter Linebacker beim American Football in die SB-Ausgabe und ich fand auch Anhieb mein Regal. Das tolle Nummern-System sei Dank. Da sage noch jemand, Ordnung sei eine rein deutsche Tugend. Leider waren die Regalböden gerade nicht lieferbar, ich hätte aber schon mal das Gestell mitnehmen können. HAHA, sieht sicher lustig zu Hause aus. Als wenn mich nicht schon genug Menschen für verrückt halten würden. Ich verzichtete darauf, dass Ganze in ein paar Tagen abzuholen. Der wortkarge IKEA-Mitarbeiter war ähnlich humorlos wie ich in dem Moment, also ließ ich ihn mit einem knurrenden Danke stehen. So blieb nur noch eine Hürde: Die Teppich-Ratten, Gebär-Maschinen und Renntiere im Kassenbereich. Aber flink wie ein Wiesel meisterte ich auch dieses Hindernis. Frustriert ging es nach Hause. Ich bestelle das nun online – e.commerce sei Dank. Das ist wesentlich stressfreier. Das Internet macht einsam? Mag sein, aber manchmal ist das einfach gut so.

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